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Kultur Theater am Großmarkt eröffnet
Nachrichten Kultur Theater am Großmarkt eröffnet
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11:25 08.03.2015
Von Konrad Bockemühl
Theaterleiterin Nathalie Heinrich sieht den 20 Meter hohen Saal unter gewaltigen Spannbetonbögen als „echten Verwandlungskünstler“ und auch akustisch einen „Hauptgewinn“. Quelle: Konrad Bockemühl
Hamburg

Maik Klokow, Geschäftsführer von Mehr! Entertainment (Düsseldorf) und Klassik-Fan, wollte mit dieser außergewöhnlichen Eröffnung am ungewöhnlichen Ort bewusst ein Zeichen setzen: Das innerhalb von 15 Monaten für rund 30  Millionen Euro in einen kleinen Teil der riesigen, denkmalgeschützten Großmarkthallen integrierte Theater ist vielseitig zu nutzen und umzugestalten. 2400 Konzertbesucher waren es am Wochenende, für Popkonzerte fasst der in schwarz gehaltene, sachlich ausgestaltete Saal bis zu 3500 Zuhörer, die variabel um die 320 bis 1440 qm große Bühnenfläche gruppiert werden können. Die besondere Atmosphäre des geschäftigen und citynahen Ortes passe nach Hamburg, sagt sein Kollege Gerhard Irmler: „In keiner deutschen Stadt gibt es eine so lange Tradition im Zusammenspiel von Kunst und Kultur mit Hafen und Handel“.

Nathalie Heinrich sieht den 20 Meter hohen Saal unter gewaltigen Spannbetonbögen als „echten Verwandlungskünstler“ und auch akustisch einen „Hauptgewinn“. Die Theaterleiterin, die fünf Jahre lang Geschäftsführerin des Landeskulturzentrums Salzau war und heute auch den Berliner Admiralpalast als weitere der insgesamt sieben „Mehr“-Spielstätten leitet, will in Hamburg Unterhaltung auf hohem Niveau bieten - Eigenproduktionen, aber auch Gastspiele. So wird in einer Woche das Musical „We will rock you“ hier Einzug halten, danach tritt am 27. April Achim Reichel auf seiner „Raureif Tour“ auf, bevor ab 27. Mai „Dirty Dancing“ für gut drei Wochen gastiert. „Soul im Hafen“ ist für den 29. August terminiert. Auch Galaabende, TV-Shows und Sportevents sind angedacht. Ein weiterer sinfonischer Akzent ist nicht in Sicht, dafür aber die Elbphilharmonie…

Dass jedoch die Hamburger sich auch mit einem klassischen Programm auf den Großmarkt locken lassen und dafür auch gern mal zwischen Gemüselastern manövrieren, zeigte das Londoner Gastspiel eindrucksvoll. Zupackender Solist bei Tschaikowskys b-moll-Klavierkonzert war Roman Zaslavsky; Noseda dirigierte mit großer Leidenschaft zudem Schostakowitschs farbenreiche 5. Symphonie und wurde dafür ausgiebig gefeiert. Zugabe war neben Musik des Hamburger Sohns Brahms ein eindrucksvolles Ambiente. Der Spielort als „östlicher Zielpunkt des Speicherstadtboulevards“ soll hinter den Deichtorhallen ein neues Kulturareal begründen und mit seiner Multifunktionalität neue Dynamik in Deutschlands Musicalhauptstadt bringen.

 Bewegung kündigt sich derweil auch unter den etablierten Häusern von Stage-Entertainment an: „Rocky“ geht in der Hansestadt nach zweieinhalb Jahren k.o. und Andrew Lloyd Webbers „Phantom der Oper“ wird ab im Herbst mit „Liebe stirbt nie“ im Hamburger Operettenhaus fortgesetzt, während in die Neuen Flora „Aladdin“ einzieht. Weiterhin hat Stage an der Elbe „Der König der Löwen“ und „Das Wunder von Bern“ im Programm.

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