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Kultur Andersen auf Föhr
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08:45 08.06.2018
Von Ruth Bender
Bekannt geworden ist Hans Christian Andersen mit seinen besonderen Märchen. Jetzt ist ein Roman von ihm wiederzuentdecken. Quelle: Nordfriisk Instituut
Bredstedt

Die lebhafte Art, in der Hans Christian Andersen hier die Landschaft und die Kultur Nordfrieslands beschreibt, hat Thomas Steensen gleich gefesselt. 2005 fiel dem Direktor des Nordfriisk Instituut in Bredstedt der Roman Die beiden Baroninnen des Märchendichters aus Odense in die Hände, den Erik Gloßmann zu Andersens 200. Geburtstag neu übersetzt hatte. Und der passte in die Reihe „Nordfriesland im Roman“, die der Historiker Steensen mit dem Soziologen Arno Bammé herausgibt.

Vom Gut in Fünen auf die Hallig

Eine verzwickte Geschichte um Herkunft, Standesdünkel und gesellschaftlichen Aufstieg erzählt Andersen um das Findelkind Elisabeth, das bei der Baronin Dorothea auf der Insel Fünen aufwächst, bei dieser in Ungnade fällt und auf die Hallig Oland verschickt wird, wo sie in dem wilden Elimar ihre Jugendliebe trifft. „Andersen hat Nordfriesland mit diesem Buch in die Literaturgeschichte eingeschrieben“, sagt Thomas Steensen, „die Sturmflut, das bedrohte Land – das ist stets gegenwärtig.“

Andersens unbekannte Seite

Die Idee entstand, als der Däne 1844 zwei Wochen auf dem Sommersitz des Königs auf Föhr zu Gast war. Vier Jahre später erschien der Roman - zunächst auf Englisch, weil der britische Verleger so gut zahlte, dann auf Deutsch und schließlich im November 1848 auf Dänisch.

„Andersen, der ja fast ausschließlich für seine Märchen bekannt ist, begegnet dem Leser hier von einer ganz anderen Seite“, sagt Steensen. „Trotzdem habe ich auch seine Art, Märchen zu erzählen, an vielen Stellen wieder erkannt. Die Geschichte gibt aber auch Einblicke in die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, die man auch heute noch mit Gewinn lesen kann.“

Hans Christian Andersen: Die beiden Baroninnen. Husum Verlag, 325 Seiten, 12,95 Euro. Ab Montag als Fortsetzungsroman in dieser Zeitung.

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