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Kultur Hans Eichel, Kassel und die Documenta
Nachrichten Kultur Hans Eichel, Kassel und die Documenta
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10:00 06.07.2017
Von Maren Kruse
Der ehemalige Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) führte 2012 als "Worldly Companion" über die Documenta 13 in Kassel. Quelle: Uwe Zucchi

Wenn Hans Eichel über die Documenta spricht spürt man, dass sich hier jemand buchstäblich auf vertrautem Gelände bewegt. Damals als Junge habe er natürlich nicht richtig Bescheid gewusst, aber in Erinnerung sei ihm geblieben, dass die Kasselaner sehr reserviert gewesen seien und auch die Lehrer mit der modernen Kunst ihre Probleme hatten.

Ist man in Kassel alle fünf Jahre auch ein Stück toleranter geworden? „Ja, vielleicht“, sagt Eichel, „aber erst im Laufe der Zeit. Erst in dem Maße, wie die Ausstellungen immer internationaler, immer globaler wurden, hat sich das geändert. In den Anfangsjahren sei es einfach nur der Stolz gewesen, dass die Documenta in Kassel stattfand, aber sie fand eben in Kassel, aber nicht für Kassel statt.“ Aber wenn die Kunst aus dem Museum heraustrete und den öffentlichen Raum besetzte, könne eben niemand mehr daran vorbeigehen. Schon gar nicht an Joseph Beuys, den Eichel als Beispiel nennt: „Als der Künstler seine 7000 Basalt-Stelen auf den Friedrichsplatz gelegt hat, da waren das für die Kasselaner 7000 Steine des Anstoßes.“ Denn jeder müsse mindestens einmal in der Woche oder öfter an diesem zentralen Platz in der Stadt vorbeigehen.

Heute, sagt Eichel, seien die Documenta-Konzepte selbstverständlich auf den Ort bezogen. Die Chefin der Documenta 13, Carolyn Christov-Barkargiev, der Einfachheit halber CCB genannt, habe alle Künstler nach Kassel eingeladen, um sie ganz intensiv mit der Stadt vertraut zu machen. „Ihr Motto Zerstörung und Wiederaufbau war genau die Geschichte Kassels, da wurde plötzlich die Stadt selber zum Konzept für die Documenta.“ Das hat die Annäherung der Bürger ungeheuer befördert.

Und die Documenta 14, die Adam Szymczyk gleichberechtigt zwischen Athen und Kassel verortet? Das habe anfangs schon Verlustängste in der Stadt provoziert, sagt er, aber das sei jetzt vorbei. Natürlich hat Hans Eichel eine Dauerkarte, alles gesehen hat er aber noch nicht: „Da bin ich jetzt ganz zurückhaltend und warte noch ein bisschen.“ Typisch, die Antwort für diesen Mann, der einfach genau hinschauen will, bevor er darüber redet. (Heute, Donnerstag, 19 Uhr, Hermann Ehlers Akademie, Niemannsweg 78, Kiel. Eintritt frei).

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