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Kultur „Kliff“ zeigt das Große im Kleinformat
Nachrichten Kultur „Kliff“ zeigt das Große im Kleinformat
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19:17 12.04.2018
Von Isabelle Breitbach
Wolfgang Meyer-Hesemann (li.) und Andreas Trabitzsch haben einen gemeinsamen Nenner gefunden, der über die Faszination für die Steilküste bei Schwedeneck hinausgeht.  Quelle: Björn Schaller
Schilksee

Unzählige Male haben sie – zunächst unabhängig voneinander und ohne von der Faszination des anderen zu wissen – diesen Ort aufgesucht, um sich dem Charakter dieser Landschaft mit ihren Brüchen und Veränderungen, die nicht von Menschenhand stammen, in ihrer eigenen Bildsprache zu widmen.

Künstlerisch und geographisch nahe an der Steilküste

Für ihre Ausstellung Kliff haben Trabitzsch und Meyer-Hesemann nun einen besonderen Schauplatz gefunden: Auf Gut Seekamp liegt die Motiv gebende Steilküste sowohl geografisch als auch künstlerisch nahe. Johanna Beckmann, Vorsitzende der Hans Kock Stiftung und Tochter des Kieler Bildhauers, wählt für Ausstellungen stets zeitgenössische Künstler aus, die sich ganz individuell mit den Werken ihres Vaters auseinandersetzen. Diese sind im Gutshaus, vor allem aber im weitläufigen Skulpturenpark mit einem Blick aus dem Fenster präsent. Die Steilküste sei auch für Kock ein großer Inspirationsort gewesen.

Andreas Trabitzsch greift den Veränderungsprozess des Kliffs seit 2007 dokumentarisch in größtenteils analogen Fotografien, aber auch in Zeichnungen auf – manchmal direkt miteinander verknüpft: Das Foto als etwas Vergangenes erhält durch die im Nachhinein entstandenen Bleistift-und Tuschezeichnung Gegenwärtigkeit und stärkere Präsenz. Seine Fotografien in Farbe und Schwarzweiß sprechen von Verletzlichkeit und Verlust der Steilküste

Keine reine Abbildung der Landschaft

Der gemeinsame Nenner der Künstler: „Mit der reinen Abbildung haben wir wenig im Sinn“. Sie verfolgen die „Idee des Großen im Kleinformat“. Wolfgang Meyer-Hesemann, bis 2009 als Staatssekretär im Bildungsministerium aktiv, ist fotografischer Autodidakt. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in abstrahierenden Landschaftsaufnahmen, zum Großteil digital bearbeitet. Das Resultat: Doppelspiegelungen, Fine Art Prints auf Barytpapier, Collagen, die sich erst bei genauerem Hinschauen als solche offenbaren – statische Bilder des „lebenden Kliffs“, und doch prozesshaft in Bewegung. 

Ausstellung "Kliff", Hans Kock Stiftung, Gut Seekamp. Eröffnung Sonntag, 11.30 Uhr. Bis 13. Mai, Öffnungzeiten: Sa, So 14-18 Uhr und nach Vereinbarung. Informationen zu weiteren Veranstaltungen unter www.hans-kock-stiftung.de und www.fotoreality.de

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