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Kultur Hat das denn nie ein Ende? “Stirb langsam“ geht in eine neue Runde – mit überraschendem Titel
Nachrichten Kultur Hat das denn nie ein Ende? “Stirb langsam“ geht in eine neue Runde – mit überraschendem Titel
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07:16 05.09.2018
Quasi unsterblich: Bruce Willis als John McClane in „Stirb Langsam: Jetzt erst recht“ im dritten Teil der Filmreihe. Quelle: picture alliance / United Archiv
Hannover

Eigentlich stirbt ja jeder Mensch langsam, jede Sekunde schwindet das Leben ein Stücken dahin. Auch an Bruce Willis ist die Zeit, die seit seinem Auftritt im ersten „Stirb langsam“-Film verstrichen ist, nicht spurlos vorbeigegangen. Im ersten Teil 1988 trat der Schauspieler noch mit vollem Haar auf, in der fünften Episode 2013 stand er mit Glatze vor der Kamera. Das Schicksal der Hauptfigur John McClane ist aber auch ermüdend: Immer muss er die ganze Welt retten, am liebsten mit freiem Oberkörper. Er muss einen guten Schutzengel haben, wenn er sich quasi unkaputtbar durch Unterwelten voller böser Antagonisten ballert.

Ähnlich geht es da James Bond – der Agent hat quasi dieselbe Stellenbeschreibung mit der Lizenz zum Töten, doch nicht zum Sterben. In unzähligen Fortsetzungen heißt es da: „Stirb an einem anderen Tag“. Vielleicht hilft hier der regelmäßige Austausch der Hauptdarsteller – als eine Art Frischzellenkur.

Ist denn nie ein guter Tag zum Sterben?

Und John McClane? Der hat sich bislang heldenhaft über den Titel der Filmreihe hinweggesetzt. Auch 2013 war für die legendäre Actionfigur kein „guter Tag zum Sterben“ – ganz im Gegensatz zum Untertitel des fünften Filmteils. Wie ist die Zukunftsprognose für die Überlebenschancen von Rüpel-Cop McClane? Die Filmproduzenten haben vorsorglich schon einmal das Sterben aus dem Titel gebannt. Denn nach „Stirb langsam 1, 2, 3, 4 und 5“ folgt nicht „Stirb langsam 6“. „McClane“ soll die Produktion getauft werden – nach der Hauptfigur. Vielleicht versuchen die Produzenten so die Filmreihe zu retten. Deren Attraktivität starb mit jeder Fortsetzung buchstäblich quälend langsam dahin. Oder wird es doch noch eine überraschende Wendung geben? Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Von Geraldine Oetken / RND

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