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Kultur Isländische Filmkomödie gewinnt mehrfach
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13:56 04.11.2018
Von Ruth Bender
Die isländische Komödie "Gegen den Strom" (Kona fer í stríd) ist mit vier Auszeichnungen der große Gewinner der 60. Nordischen Filmtage Lübeck. Quelle: Rainer Jensen/dpa
Lübeck

Gleich vier Preise, darunter den mit 12500 Euro dotierten NDR Filmpreis, räumte zum Abschluss der 60. Nordischen Filmtage der isländische Film „Gegen den Strom“ ab. Benedigt Erlingssons schwarzhumoriger Umweltkrimi überzeugte dabei nicht nur das Publikum, sondern auch diverse Jurys.

Eine „Frau auf dem Kriegspfad“ sieht man im Film - was der Originaltitel so auch verheißt. Gegen die Umweltzerstörung durch die immer weiter wachsende Schwerindustrie im Inselstaat, in der längst auch globale Kräfte mitmischen. 

Eigenwilliges Frauenporträt und schwarzhumoriger Umweltkrimi

Klingt schwerblütig, ist es aber nicht. Denn Erlingsson entwirft in dem Film, der am 13. Dezember in die Kinos kommt, nicht nur eine so gewitzte wie unabhängige Heldin, die die großartige Halldóra Geirhardsdóttir als zupackende, aber auch einsame Umweltamazone zeigt.

Und es gelingt ihm, das eigenwillige Frauenporträt mit einem schwarzhumorigen Umweltkrimi zu verschmelzen. Da eilt die Kamera mit Halla über Heide und Moos, Lavafeld und Gletscherzunge. Und die schlägt Drohnen, Hubschraubern und Satelliten immer wieder rasante Haken.

Während im Theater Lübeck in der von Yared Dibaba gewohnt launig moderierten Preisnacht der Schauspieler Juan Camillo Roman Estrada die Auszeichnungen für „Gegen den Strom“ entgegennahm, grüßte per Videobotschaft aus Island ein zusehends enthusiasmierter Regisseur.

„Die kleine Genossin“ erhält Debütpreis

Neben dem herausragenden Preisträger durften sich fünf weitere Filme über Preise freuen. Die Kinderjury zeichnete den schwedischen Film „Allein im All“ aus; der Kinder- und Jugendfilmpreis ging an das Kindheitsdrama „Sommerkinder“ aus Island.

Filmemacher Antti Haase freute sich über den Dokumentarfilmpreis für „Die das Licht brachten“ über seinen Großvater, den deutschbaltischen Ingenieur Gunnar Haase, der nach dem Zweiten Weltkrieg für die Elektrifizierung Lapplands sorgte. Der Kurzfilmpreis ging an Esther Niemeiers „Tracing Addai“. Und mit dem Debütpreis (7500 Euro) für „Die kleine Genossin“ aus Estland, den die Filmtagefreunde in diesem Jahr erstmals vergaben, kam auch das Baltikum zum Zuge.

Filmtage.luebeck.de

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