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Kultur Musikalisch und inhaltlich fesselnd
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12:20 24.09.2018
Von Thomas Richter
Italienische Geschichten von (von links) Dirigent Alessandro Quarta, Giacomo Nanni, Luca Cervoni. Quelle: Richter, Thomas
Kiel

Als Begleitprogramm zur italienischen Opernrarität „Die Aufteilung der Welt“ brachte Alessandro Quarta, der musikalische Leiter dieser gefeierten Produktion, neapolitanisches Fin de Siècle-Flair ins Opernfoyer. Gemeinsam mit seinen Sängern Luca Cervoni und Giacomo Nanni, die in der Oper als Götter Neptun und Saturn zu sehen sind, zauberte der Maestro ein kurzweiliges, musikalisch und inhaltlich fesselndes Programm mit Liedern der italienischen Jahrhundertwende aufs Parkett.

Unvergleichliche Schönheit und kritische Elemente

Die thematische Bandbreite der Werke von namhaften Komponisten wie Libero Bovio, Ernesto Murolo, E.A. Mario oder Salvatore Di Giacomo spiegelt die Geschichte der  „canzone napoletana“ wider.  Zunächst besang diese Volkskunst als Mischung von klassischer Musik und älterer Volksmusik die Arbeit und die Gefühle des Volkes. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mischten sich zunehmend auch kritische Elemente in die Lieder. Immer aber prägte eine unvergleichliche Schönheit und emotionale Energie diese kraftvollen, kleinen großen Geschichten.       

Mit lyrischem Schmelz

Mal solo mal im Duett, immer mit viel lyrischem Schmelz, großer stimmlicher Geschmeidigkeit, Seele und Esprit polierten Luca Cervoni und Giacomo Nanni Perlen wie A tazza ' e cafè , A luna nova, Te sì scurdata `e Napule oder Reginella. 

Und immer wenn der Dirigent seine Kollegen nicht am Flügel begleitete, sang er selber und begeisterte neben seiner Stimme mit dem lebhaften Gestus seiner Interpretationen. Der Mann sang mit Händen und Füßen. Besonders schön die bittersüße Geschichte von der Straßenhure Bammenella. Für solche Ausflüge ins Gesangfach bediente dann Operndramaturg Ulrich Frey die Tasten und zeigte sich als überzeugender Pianist.

Begeisterter Applaus und Zugaben beinahe ohne Ende.

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