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Kultur Kunst als Erscheinung
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07:00 21.09.2018
Von Sabine Tholund
Aus unzähligen unterschiedlich eingefärbten Fäden lässt Philip Loersch in "Das Minimalpaar" in einem bestimmten Betrachtungswinkel zwei Gesichter erscheinen. Quelle: Björn Schaller
Kiel

„Jedem begierigen Auge“ heißt seine  Ausstellung im Atelierhaus im Anscharpark, die einen Einblick in seine letzten fünf Schaffensjahre gibt. Da ist etwa ein Bild aus zahllosen, straff gespannten Nylonfäden, das er „Das Minimalpaar“ nennt. Im Gegenlicht nahezu unsichtbar, tauchen in dem doppelten Fadenraster bei einer bestimmen Beobachterposition Gestalten auf, die er mit Textmarker auf die vertikalen Fäden gezeichnet hat. Ihre Konturen verschwinden, sobald man die Position ändert. „Die Figuren heißen Nabu und Nobu, der eine ist der babylonische Gott der Schriftkunst, der andere ein japanischer Aktisforscher“, so der in Berlin lebende Künstler. „Der zweite Name unterscheidet sich durch ein Phonem von dem ersten, dadurch ist das Kriterium des Minimalpaares erfüllt.“ 

Zeichnen "wie ein Büroarbeiter"

Wenn Loersch zeichnet, dann tut er das mit ungeheurer Akribie. „Dabei gehe ich vor wie ein Büroarbeiter und bin sehr ergebnisorientiert“, sagt er. Die Resultate dieser Arbeit sind oft verblüffend, darunter ein Stein, der mit einem Fachbuch über Kunstgeschichte verschmolzen zu sein scheint. Spiegelverkehrt zwischen Fehlstellen, in denen der raue Stein durchscheint, ist hier ein Text über die Venus von Milo nebst entsprechender Illustration zu sehen. Die Schrift auf dem geglätteten, weiß gefärbten Stein ist gezeichnet, die Illustration, die wie ein Foto aussieht,  mit Acryl gemalt. Eine unbedingt sehenswerte Schau.                                                                 

Heiligendammer Str. 15. Eröffnung morgen, 19 Uhr. Bis 14. Oktober. Fr/Sa 15-18 Uhr, So 12-18 Uhr

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