Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kultur Dieser Cellist war ein Glücksgriff
Nachrichten Kultur Dieser Cellist war ein Glücksgriff
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:35 29.10.2014
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Mit herrlich sonorem, biegsam-weichem Celloton ließ der Cellist Benedict Kloeckner sein Instrument singen. Quelle: Frank Peter
Kiel

Mit der Verpflichtung des hervorragenden 25-jährigen Cellisten Benedict Kloeckner für Lalos Cello-Konzert war den Kielern ein wahrer Glücksgriff gelungen. Mit herrlich sonorem, biegsam-weichem Celloton ließ er sein Instrument singen, gestaltete das Hauptthema des Allegro maestoso eindringlich-packend und an Intensität schwerlich übertreffbar und die Verflechtung der kontrastierenden Andantino- und Scherzo-Episoden des zweiten Satzes ohne jeden Bruch. Häufiger Augenkontakt mit Dirigent und Konzertmeister sorgten für punktgenaues Zusammenspiel, wobei Fritzsch ihm alle gestalterischen Freiheiten für die lyrischen Passagen des Werkes ließ.

 Kein Wunder, dass sich an das flamenco-angehauchte Rondo begeisterter Applaus anschloss – der mit zwei Solzugaben (Pablo Casals Gesang der Vögel und der Gigue aus Bachs 6. Solosuite) belohnt wurde.

 Zuvor hatten die bestens aufgelegten Philharmoniker in Ravels Alborada del Gracioso (Morgenlied des Narren) Opulenz und überschäumendes Temperament ebenso ausgekostet wie den elegisch-träumerischen Zwischenteil mit schönem Wechselspiel zwischen Solofagott und Orchester. Die für spanische Musik typischen Betonungswechsel sorgten hier wie auch in Ginasteras Tänzen aus dem Ballett Estancia und insbesondere dem fulminantem Danza final für zahlreiches Kopf- und Fußwippen im Publikum.

 Cristóbal Halffters Fandango (der eine ungewöhnlich tonale Seite des Komponisten offenbart) bot schließlich eine attraktive Mischung aus wörtlicher Orchestrierung der Cembalo-Vorlage des spanischen Spätbarockkomponisten Antonio Soler und Halffters eigener Übersetzung des Tanzes in die heutige Zeit. Da wandert Solers Bass-Ostinato durch alle Orchesterstimmen, erklingt im Streicherpizzicato, vom Vibrafon oder in den Bläsern, bis das Stück in einer Coda mit gigantischer Steigerung endet. Verdienter Applaus für diesen imposanten Konzertabschluss.

Das Konzert wird am Montag, 27. Oktober 2014, um 20 Uhr im Schloss Kiel wiederholt. Um 19.15 Uhr beginnt eine Einführung.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige