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Kultur Das Herbstprogramm im Literaturhaus
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07:00 30.08.2018
Von Sabine Tholund
Karen Duve erzählt in ihrem Roman "Fräulein Nettes kurzer Sommer" von Annette von Droste-Hülshoff als junger Dichterin. Quelle: Literaturhaus SH
Kiel

Der Kieler Christopher Ecker ist dabei mit seinem zweiten, aktuell erschienenen Lyrikband schach dem vollmond, die Hamburgerin Karen Duve widmet sich in ihrem Roman Fräulein Nettes kurzer Sommer mit ironischer Gnadenlosigkeit dem Werk und (Liebes-)Leben der Annette von Droste Hülshoff. In der LeseLounge stellen zwei junge Künstlerinnen ihre Graphic Novel vor. Und neben der Schleswig-Holsteinerin Anne Müller, die in ihrem unterhaltsamen Romandebüt Sommer in Super 8 allerhand Kultiges aus den 70er Jahren von Apfelshampoo bis Abba vereint, präsentiert der preisgekrönte Schauspieler Burkhart Klaußner in Lübeck seinen literarischen Erstling. Vor dem Anfang heißt der Roman, in dem zwei Soldaten, von den Schrecknissen des Krieges bislang einigermaßen verschont, im April 1945 ins Zentrum der Gefahr geraten.

Von gesellschaftlichen Umbrüchen

Thematisch passt Klaußners Geschichte, die das Programm im Rahmen der (NDR-)Reihe Der Norden liest ergänzt, zum thematischen Schwerpunkt dieses Lese-Herbstes, der sich unter dem Motto "Gesellschaftliche Umbrüche" mit Umbruchsituationen und ihren Auswirkungen beschäftigt.

Erzähler kommen nicht zu kurz

Romane und Erzählungen kommen auch nicht zu kurz. Den Anfang macht der Franzose Eric Vuillard. In Traurigkeit der Erde: Eine Geschichte von Buffalo Bill Cody unterzieht er den schillernden Helden der Indianerkriege einer kritischen Beleuchtung.  Der Zweite Weltkrieg und seine Auswirkungen auf die nachfolgenden Generationen steht bei Ralf Rothmann und Volker Kaminski im Fokus. Der letzte Kriegssommer ist bei Rothmann in Der Gott des Sommers die Folie für eine beinahe romantische Geschichte, geschildert aus der Perspektive der zwölfjährigen Luisa. Mit ihrer Familie flieht sie aus dem brennenden Kiel, zieht sich in die Literatur zurück, verliebt sich – und wird doch von den Schrecken des Krieges eingeholt. 

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