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11:38 25.09.2015
Von Dr. Christian Strehk
Hat sich mit dem eigenen Saxofon-Ensemble, dem Mana Quartet, einen großen Wunsch erfüllt: Diane Hunger. Quelle: http://pinguweb.homelinux.org/dianehunger/
Kiel

Kiel. Die musikalische Neigung schwelte in der Familie. Diane Hungers Urgroßvater war Konzertmeister der Dresdner Philharmonie, ihre Urgroßmutter Pianistin. Die Kielerin, Tochter eines Physikers, „drängelte“ ebenfalls zum Klavier, zwei Jahre hatte sie auch Geigenunterricht. Der Durchbruch aber kam in der Obhut der Musikschule Hummel mit dem Saxofon in der dort angesiedelten Bläserharmonie. Der Name des für sie „extrem wichtigen“ Ensembles wurde zum Programm: „Eine gemeinsame Bläserfreizeit hat mich regelrecht umgehauen. Da sah ich plötzlich das Ziel vor Augen: Mit guten Freunden Musik machen ...“

 Diane Hunger, die es nach dem Abitur am Kieler Musikgymnasium Ernst Barlach bis zur Profimusikerin und Dozentin an der Syracuse University sowie der Fredonia Music School im Bundesstaat New York zwischen Cleveland und Buffalo gebracht hat, verdankt den Vereinigten Staaten ihren weiten Horizont. Nach begonnenem Schulmusikstudium in Hamburg und weiterer Spezialisierung im kleinen Studio der Akademie für Tonkunst in Darmstadt, wo sie bei Linda Bangs, Gründungsmitglied des Raschèr Saxophon Quartets, in besten Händen war. Diane Hunger: „Der Wechsel nach Amerika war ein großer Akt, teuer zumal (gejobbt habe ich im Sigurd Raschèr Archiv – dem Pionier des klassischen Saxofons), aber er war ein Augenöffner und brachte einen enormen Lernschub.“

 Hinter dem Großen Teich am Lake Erie galt es sich durchzukämpfen, die Sprache, die Mentalität, stilistische Unterschiede anzunehmen. Es lohnte sich: „Summa cum laude“ gelang der Abschluss als Master of Music an der Fredonia. Hunger kehrte zwischenzeitlich nach Deutschland zurück, erhielt ein Stipendium, um ihren Doktor an der besonders renommierten Eastman School of Music machen zu können. Doch nicht zuletzt, weil sie einen Amerikaner geheiratet hat, führte der Weg wieder in die Staaten. Ein Glücksfall, dass sie die Dozentenstellen an „ihrer“ Hochschule in Fredonia und an der Syracuse University erhielt.

 Inzwischen hat die Musikerin sich den großen Wunsch eines eigenen Saxofon-Quartetts erfüllen können. Das Quartett heisst Mana Quartet und ist seit 2007 als professionelles Quartett tätig. Hunger stieg im Februar 2015 ein, als sie von den anderen Mitgliedern unter diversen Bewerbern ausgewählt wurde. Mit dem Unterrichten und solistischen Aufgaben sei ein erfüllendes Aufgabenpaket entstanden, sagt sie. „Man lernt selber weiter, indem man erklären muss.“

 Als besonders spannend empfindet sie in der Neuen Musik die direkte Zusammenarbeit mit lebenden Komponisten. Dabei fällt auch ein großer Name: Der Finne Kalevi Aho hat Diane Hunger das Manuskript eines Saxofonkonzerts übergeben. Bei den Premieren in Deutschland und Amerika wird dann auch die Kieler Bläserharmonie noch irgendwie im Hintergrund mitschwingen.

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