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Kultur Das ist die Liebe der Posaune
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16:22 11.01.2019
Als Posaunist, Komponist und Pädagoge in Personalunion gehört Mike Svoboda zu den originellsten Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit. Konsequent setzt er sich für die Erweiterung des Repertoires für sein Instrument ein und brachte bisher über 400 Werke zur Uraufführung. Quelle: Michael Fritschi
Kiel

Das Werk des Komponisten und Posaunisten gilt als aberwitzige Motiv-Collage, die Bizets Meisterwerk mal durch pfiffige Verfremdungseffekte, mal in einer melancholischen Improvisation, in Endlos-Schleifen oder jazzigen Rhythmen komische Facetten abgewinnt. Fragen an den aus den USA stammenden, preisgekrönten Baseler Musikhochschulprofessor für Posaune und zeitgenössische Kammermusik.

Die Posaune ist in der Welt der Klassik nicht gerade mit interessanten Aufgaben gesegnet. Was Solo-Konzerte und Soli angeht, ist das Repertoire überschaubar. Dabei ist sie ein altehrwürdiges Instrument. Was kann man heute tun, diese Schere zu schließen und neue Herausforderungen zu schaffen?

Mike Svoboda: Die Not macht erfinderisch. Und wo Mangel herrscht, müssen neue Werke her. Allerdings, was neues Repertoire angeht, sieht es bei der Posaune nicht schlecht aus. Seit den Fünfzigern gab es zahlreiche Interpreten die auf Komponisten zugegangen sind und neue Werke inspiriert haben.

Sie verwenden bekannte Motive aus Bizets „Carmen“. Was kann diesen die Posaune Besonderes bieten und entlocken?

Die bekannten Melodien entstammen der Oper „Carmen“. Und da die Posaune als ein gesangliches Instrument gilt, sind diese schönen Melodien in dem Fall gut bedient. Sie erklingen im meinem „Love Hurts – Carmen Remix“ allerdings in einer eigenwilligen Art, zwar erkennbar, aber neu angebraten und frisch aufgetischt.

Spielen Sie und Ihre Posaune lieber die Carmen, den Don José oder den Torero?

In diesem Fall sind wir flexibel, genderneutral, und schlüpfen in alle Rollen gleichermaßen begeistert.

Das Orchester wird bei der Erinnerungstour durch das berühmte, erstaunlich leichtfüßige Operndrama aus der klassischen Reserve gelockt. Worauf darf man sich einstellen?

Ohne zu viel vorweg zu nehmen, kann ich schon sagen, dass es einige visuelle Elemente gibt: ein Duell, eine Umblätter-Aria, ein Solo für den Dirigenten und noch viel mehr ...

„Love Hurts“ ist schon von 2014. Was sind Ihre aktuellen Projekte als Bläser, Dirigent oder Komponist?

Auf drei Feldern unterwegs zu sein, als „Kompo-saune-rigent“, erlebe ich als großes Glück. Die drei Tätigkeiten befruchten sich auch gegenseitig. Zurzeit arbeite ich an fünf Auftragskompositionen verschiedener Gattungen. Als Posaunist spiele ich im Mai eine Uraufführung von Beat Furrer. Kurz davor dirigiere ich bei den Schwetzinger Festspielen. Gewiss sitze ich zwischen den Stühlen. Dort ist es zwar nicht so bequem, aber man läuft nicht Gefahr einzurosten ...

Philharmonische Konzerte: So., 13. Januar, 11 Uhr sowie Mo., 14. Januar, 20 Uhr, Kieler Schloss. Einführung 45 Minuten vor Beginn. Karten: Tel. 0431/901 901. www.musikfreunde-kiel.de

Von Christian Strehk

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