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Marschall erneuert Angebot an die Stadt

Konzertsaal im Schloss Marschall erneuert Angebot an die Stadt

Der Kieler Schloss-Miteigentümer Klaus-Peter Marschall hat auf eine zügige Lösung für den maroden Konzertsaal gedrängt. Im Gespräch mit den Kieler Nachrichten (Mittwoch-Ausgabe) bot er der Stadt erneut an, den Konzertsaal inklusive Grundstück für einen symbolischen Euro zu übernehmen.

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Klaus-Peter Marschall ist Miteigentümer der gesamten Schloss-Immobilie und als Geschäftsführer von Kiel Concerts auch Betreiber des Konzertsaales – bis zum Sommer 2019.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Damit verbunden könne die Stadt auch die Nutzungsrechte für die Veranstaltungsräume Festsaal und Förde-Foyer zum Symbolpreis erhalten.

Die Stadt Kiel jedoch verbindet ihre Pläne zur 24,4 Millionen Euro teuren Sanierung des Konzertsaales mit einem vorherigen Eigentümerwechsel für das gesamte Schloss-Areal. Das war bislang auch Voraussetzung für die Förderzusagen von Stadt und Land. Entsprechende Verhandlungen mit privaten Kaufinteressenten waren im Herbst jedoch gescheitert. Dazu Marschall: „Irgendwie fühle ich mich unfair behandelt, wenn die Stadt jetzt krampfhaft einen anderen privaten Eigentümer sucht. Ich habe eine Ruine übernommen, viel investiert, Verluste ausgeglichen und mich nicht bereichert.“

Die beiden Eigentümer Marschall und Margrit Howe-Neuy (Wiesbaden) haben für die gesamte Immobilie, die sie im Jahr 2003 ohne weitere Verpflichtungen für einen symbolischen Euro vom Land übernommen haben, einen Kaufpreis von 4,8 Millionen Euro angesetzt. Er orientiere sich an den Mieteinnahmen und sei für die Top-Lage eher günstig, versicherte Marschall. Er hat inzwischen ein Sachverständigenbüro mit einem Wertgutachten beauftragt.

Derzeit liefen keine Verkaufsverhandlungen. Aber es gebe durchaus Leute – selbst aus Fernost –, die sich für das Objekt interessierten. Marschall: „Doch ich war schon 2003 und bin nach wie vor der Überzeugung, dass diese gesamte Liegenschaft in öffentliche, in kommunale Hand gehört, als Geburtsstätte der Kieler Universität, als publikumswirksamer Ort in zentraler Lage“. Um die Sanierung endlich in Gang zu bringen, „sollte die Stadt über ihren Schatten springen und den Konzertsaal zügig übernehmen – gegebenenfalls mit einem Vorkaufsrecht für die Rest-Immobilie“. Erst kürzlich hatte Marschall mit seiner Firma Kiel Concerts den Betreibervertrag für den defizitären Konzertsaal bis Mitte 2019 verlängert – die Stadt gleicht dafür einen Teil der Verluste aus.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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