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15:29 14.05.2015
Von Jörg Meyer
Erste Preisträger des neu gestifteten Jürgen-Prediger-Filmpreises: Regisseurin und Kamerafrau Jessica Dahlke und Protagonist Thies John. Quelle: Jörg Meyer
Kiel

Die Macher der 15 Kurzfilme, die, ausgewählt von einer Vorjury aus den 29 eingereichten Beiträgen, am Mittwoch im ausverkauften metro-Kino um den neu gestifteten Jürgen-Prediger-Filmpreis wetteiferten, sind sich einig: „Weil man einfach muss!“

Trotz Produktionsstress pur – manche Teams brannten nicht nur für ihren Film, sondern auch die DVD noch fünf Minuten vor Abgabe – sind Filmkunstwerke entstanden, welche die dreiköpfige Jury (Filmemacher Gerald Grote, Filmproduzentin Kirsten Burow und Full-Dome-Media-Produzent Ralph Heinsohn) vor eine schwere Auswahlaufgabe stellten. Auch wenn der Anspruch, das Filmschaffen einer durchweg sehr jungen schleswig-holsteinischen Szene im Kinoformat zu präsentieren, anfangs an den Tücken der digitalen Vorführung scheiterte, hier war ganz großes junges Kino zu sehen.

Den 3. Preis der Jury wie auch den von den Veranstaltern ausgelobten Nachwuchspreis gewann die erst 15- bis 16-jährige Pinneberger Crew um Christian Knipke für „Limbus“. David Lynch nennen sie nicht zu Unrecht als ihr Vorbild für diesen (Alp-) Traum in Schwarz-Weiß über den Tod und ein herausgerissenes Herz. „Romantik ist wichtig, zumal so gut verbunden mit Witz“, lobt Ralph Heinsohn den Animationsfilm „Die Welt in Bildern“ (2. Preis). Martina Harand und ihr Team blättern darin durch ein altes Panini-Bild-Album (wohl die beste Umsetzung der Wettbewerbsvorgabe, dass ein „Sammelbild“ im Film vorkommen müsse), dessen Inhalt witzig animiert zum Leben erweckt wird – Film als „bewegtes Bild“ wörtlich genommen.

Getoppt wird solcher Bild- nur vom Erzählwitz Jessica Dahlkes (Kamera) und Benjamin Bräuers (Regie), die Monty Python wie Hitchcock in „Der Mann, der zuviel musste“ nacheifern. Solche Geschichte von einem Mann (Thies John), der mitten in einem „peinlichen Verhör“ immer wieder dringend Wasser lassen und dadurch das Verhör stets von Neuem durchleben muss, überzeugte die Jury wie auch das Publikum – denn neben dem Jürgen-Prediger- gewannen Dahlke & Co. auch den Publikumspreis – mit einer „vom Spiel wie vom Text her sehr runden Geschichte, die auch in 92 Stunden Produktionszeit nicht besser hätte werden können“.

Der verstorbene Kieler Schauspieler und Künstler Jürgen Prediger, der zu Lebzeiten immer bereit war, für jedes noch so absurde Filmprojekt zu mimen, wie Gerald Grote dem Namensgeber der Trophäe nachruft, hätte wohl wie das Publikum im metro-Kino seine Freude daran gehabt.

Alle 29 zum Wettbewerb „Nur 48 Stunden“ eingereichten Kurzfilme sind am Sonnabend von 19 bis 22 Uhr im Offenen Kanal (Kiel, Kabelkanal 9) zu sehen. Infos: www.nur48stunden.de.

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