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Kultur Salzau steht wieder zum Verkauf
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14:00 24.10.2014
Von Annemarie Heckmann
Das Herrenhaus Salzau steht wieder zum Verkauf. Quelle: Horst Pfeiffer/dpa
Kiel/Salzau

Für zwei Millionen Euro ist das ehemalige Landeskulturzentrum, das sich durch das Schleswig-Holstein Musik Festival und die Jazz Baltica einen Namen gemacht hat, nun zu haben. Wie berichtet, war die Landesregierung bereits im Juli dieses Jahres vom Kaufvertrag mit der „Verwaltungsgesellschaft Schloss Salzau“, hinter der Kissling steht, zurückgetreten. Der Grund: Der Käufer habe bislang noch keinen Cent gezahlt – trotz fest vereinbarter Termine für die erste Rate, wie Eugen Witte, Sprecher des Finanzministeriums, am Donnerstag erklärte. Zahlungsaufforderungen wären ohne Resonanz geblieben.

Bolko Kissling, in der Öffentlichkeit auch als begeisterter Polospieler bekannt, sieht sich dagegen von der Landesregierung getäuscht. Er habe viel zu spät von dem Umstand erfahren, dass der Bau auf einer Pfahlgründung ruht, deren Tragfähigkeit vom Wasserstand des Flüsschens Salzau abhängt, wie er sagt. Seine Argumentation: Sinkt deren Wasserstand, könnten die Holzpfähle trockenfallen und instabil werden. So bestand Kissling wiederholt darauf, dass die erste Rate erst geleistet werde, wenn ein Gutachten zu möglichen Schäden und Risiken vorliegt. Das habe das Land immer wieder abgelehnt. Nun will Kissling klagen. Die Vorbereitung habe etwas gedauert, erklärte er am Donnerstag, denn er habe selbst ein Gutachten zu den Pfahlgründung anfertigen lassen. Durch den Rückzug des Landes sei ihm ein großer Schaden entstanden (Investitionen und entgangene Geschäfte). Die Summe wollte er am Donnerstag nicht beziffern. Kissling wollte Salzau als Hotel und Kulturstandort nutzen. Online konnte man bereits Zimmer buchen. Allerdings war es nie zu einer Übergabe der Liegenschaft gekommen, der Käufer hatte also keine Schlüssel.

Eigentlich hatte die damalige CDU/FDP-Regierung im Jahr 2010 den Verkauf von Salzau beschlossen, um Kosten zu sparen. Seit 2011 wird daher ein Käufer für Herrenhaus, Torhaus mit Gastronomie und dem ehemaligen Pferdestall samt Appartements gesucht. Für Schlagzeilen sorgte zudem 2012 ein Brand, der die Konzertscheune zerstörte, wodurch die Jazz Baltica „obdachlos“ wurde. Danach hatte laut Finanzministerium die Gebäudemanagement-Gesellschaft des Landes einen Verkehrswert von 3,4 Millionen Euro für Salzau ermittelt. Für einen Kaufpreis von zwei Millionen Euro ging Ende 2013 der Zuschlag nach langer Käufersuche an Kissling.

Mit welchem Konzept wieder Leben auf das Gut kommen kann, ist offen. Für einen neuen Käufer gebe es außer dem Denkmalschutz keine Auflagen, sagt Witte. Bis der gefunden ist, zahlt das Land weiter jährlich 220 000 Euro für den Unterhalt des ehemaligen Wasserschlosses, das nach einem Brand im Jahr 1881 von Graf Blome als Herrenhaus wieder aufgebaut wurde. Nur eines kann Salzau auf keinen Fall bieten: den Status eines Schlosses. Schließlich hat dort nie ein Landesherr residiert.

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