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Kultur Slavenka Drakulić las in Kiel
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14:22 23.08.2017
Von Sabine Tholund
Die 68-Jährige bestritt am Dienstag die letzte Kieler Lesung des diesjährigen Literatursommers. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Sie war Beobachterin der Kriegsverbrecherprozesse in Den Haag, für ihr Buch „Keiner war dabei“ wurde Slavenka Drakulić 2005 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Bis heute gilt sie als wichtige Stimme des Feminismus - kein Wunder, dass auch in den Romanen der gebürtigen Kroatin, die als Journalistin unter anderem für die Süddeutsche Zeitung schreibt, Frauen die Hauptfiguren sind.

Zu Drakulićs jüngsten Publikationen gehört eine Trilogie mit fiktionalisierten Biographien historischer Frauenfiguren des 20. Jahrhunderts, darunter ein Romanporträt über die Fotografin Dora Maar, Muse und langjährige Geliebte Pablo Picassos. Begleitet von Jutta Hagemann, die die deutschen Passagen las, stellte Slavenka Drakulić im Literaturhaus „Dora und der Minotaurus“ vor.

Aus der Sicht der Französin, deren Porträt in vielen Werken Picassos auftaucht, erzählt sie die Geschichte einer asymmetrischen Liebe. Nicht der Altersunterschied ist es, der diese Liebe zu dem um 26 Jahre Älteren zum Problem werden lässt, sondern vielmehr das große Ego des Künstlergenies, der die Frauen in seinem näheren Umfeld anzieht – und zerstört. Die Ich-Erzählerin sieht Picasso als Macho, fixiert auf nichts anderes als seine Malerei. „Während meiner Recherchen habe ich festgestellt, dass große Künstler in gewisser Hinsicht Kannibalen sind“, so die Autorin. „Sie nehmen alles in ihrem Umfeld als Material für ihr Schaffen. Mit solchen Menschen kann man nur leben, wenn man zu großen Opfern bereit ist.“ 

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