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Kultur Shakespeare konnte es nicht besser
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06:29 05.10.2018
Von Thorben Bull
Lukas Adolphi war am Donnerstag mit seinem Buchprojekt „die cops ham mein handy“ im Luna Club in Kiel zu Gast. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Anno 2010 überfielen Lukas Adolphi zwei Jugendliche und nahmen ihm dabei 30 Euro und Handy ab. Sein Sony Ericsson k800i bekam er nach dem Prozess und der Verurteilung der beiden, im wahrsten Sinne des Wortes Kleinkriminellen von der Polizei zurück. Zu Adolphis Erstaunen hatte einer der Täter (im Buch ist es Hauptprotagonist Marco) das Handy eine Zeit lang benutzt.

Dramaturgische Beziehungswirrungen

Die sämtlichen, noch gespeicherten SMS-Nachrichten ergeben im Zusammenhang dramaturgische Beziehungswirrungen, wie es Shakespeare hätte kaum besser schreiben können. Denn Marco entpuppt sich als Nachwuchs-Casanova, der mehrere Eisen im Feuer hat. Im Publikum des Luna Club ist es während der Lesung insbesondere die emotionale Unreife der Schülerclique, die zu vergnüglichem Lachen und Kopfschütteln gleichzeitig verleitet.

Adolphi kommentiert nicht

Durch die SMS-Form entstehen kurzweiliger Witz und plötzliche Szenenwechsel. Die Protagonisten verlieren sich zusehends in Gemauschel und Selbstbetrug. Tom an Marco: „Ich war treu, falls sie fragt.“ Adolphi kommentiert nicht, lässt etwaiges für sich sprechen. Weiter sorgen die Probleme der SMS-Autoren für Schmunzeln: „Hast du eine kurze Sporthose?“ oder „Kannst du beim Zimmer aufräumen helfen?“ Auch wissen sie nicht, wofür sie sich verabreden wollen. „Vielleicht ja sinnlos rumchillern.“

Lukas Adolphi hat einen Sinn gefunden und aus der anfänglichen Schande ein gutes Stück Unterhaltung geschaffen aus der Mitte einer Schülerclique ohne Gewissensbisse.

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