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Kultur Dem Alltagswahnsinn auf der Spur
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07:58 27.03.2017
Von Thorben Bull
Luke Mockridge nahm im Kieler Schloss den Alltagswahnsinn aufs Korn. Quelle: bos: Björn Schaller

Mockridge kommt mit dem Publikum schnell auf einen Nenner, weil er Szenarien ausmalt, die jeder kennt. Dabei fördert er viel Vergessenes wieder zu Tage. Etwa der Nachrichtendienst ICQ, der nun einer verlassenen Westernstadt gleicht. Da stellt sich schnell der „Ach ja, so war das“-Effekt ein.

Mockridge kann alltägliche Banalitäten wie Duschen gehen oder Pfand wegbringen zu aberwitzigen Geschichten aufbauschen. Und der schlechteste Musiker ist der gebürtige Bonner ganz nebenbei auch nicht. Mit Klavier und Gitarre werden Künstlern wie Philipp Poisel oder James Blunt per Imitationen Seitenhiebe verpasst.

Kleine Obszönitäten gehören auch bei Mockridge ab und an dazu, über die Stränge schlägt er aber selten. Denn es geht ja auch so. Mockridge hält es simpel aber pointiert. Er klappert weiter unsere Begleiter wie Facebook oder Whatsapp ab und versucht dem tagtäglich auf uns einprasselnden Wahnsinn auf die Spur zu kommen. Gestenreich spielt er Kinotrailer vor, erzählt vom Kondome kaufen bei Rossmann. Das Lachen hallt durch den Saal und es bleibt dabei: Was Mockridge vor Augen führt, kennt einfach jeder.

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