Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kultur Luke, ich bin Dein Kater
Nachrichten Kultur Luke, ich bin Dein Kater
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:31 08.09.2018
Die einzig wahre Aufgabe eines Katers ist es, herumliegend Respekt zu erzeugen. Quelle: Fotolia
Hannover

Zwar hat es Vorteile, ein Kater zu sein, insbesondere was Lebensziele und Komfort angeht. Die Nachteile überwiegen aber. Wenn ich ein Kater wäre, würde ich mich nach dem Umzug in eine neue Gegend erst mal wochenlang mit den Nachbarn prügeln. Bis aufs Blut.

Unter Katern stellt man sich nicht groß vor mit Salz und Brot. Da haut man sich direkt aufs Maul. “Du bist der Neue? AUF DIE FRESSE!“ Wir wären uns auf der Straße begegnet und hätten uns ohne zu zögern ineinander verbissen.

Schrecken der Nachbarschaft

Und danach hätte ich mich stundenlang unter parkenden Autos verkrochen, bis mich meine Familie ins Haus lässt. Dort läge ich mit gesträubten Haaren und schreckgeweitetem Blick auf dem Sofa herum, ließe mir allerlei Leckerli zum Trost reichen und würde meiner Familie zum Dank für all ihre Liebe nicht die geringste Beachtung schenken.

Im Gegenteil: Ich würde ihnen das Gefühl geben, sie allein seien schuld an meiner Niederlage. Und ich wäre in Wahrheit, ungeachtet aller Fakten und der Schründe in meinem Pelz, der Schrecken der Nachbarschaft, der zum Dank dafür, draußen die Ehre und Freiheit der Sippe zu verteidigen, drinnen von allen familiären Pflichten zu entbinden ist. Im Grunde wäre es meine einzige Aufgabe, herumliegend Respekt zu erzeugen.

Erst komme ich – dann ganz lange gar nichts

Kater gucken dich an mit diesem Blick, der übersetzt bedeutet: “Luke, ich bin dein Kater. Was immer ich möchte, ich werde es bekommen. Schwere Infektionen, Trauerfälle und Beinbrüche werden nicht als Entschuldigung dafür gelten, bei der Erfüllung meiner Bedürfnisse nachlässig zu werden. Erst komme ich – dann kommt ganz lange gar nichts. Und was dann kommt, ist mir scheißegal.“

Je länger ich darüber nachdenke, desto reizvoller wäre es vielleicht doch, ein Kater zu sein. Das mit den Revierkämpfen könnte man ja vielleicht irgendwie online erledigen. Was ist denn Facebook groß anderes als virtuelle Revierkämpfe?

Wenn Sie mich suchen: Ich liege auf dem Sofa und strahle Gefahr aus. Schönes Wochenende!

Von Imre Grimm

Erbsen im Salat – wer hat sich das ausgedacht? Kleine Tomaten sind schon schlimm. Aber Erbsen – ein Irrtum der Beilagenkultur.

08.09.2018
Kultur Aus der zweiten Reihe - Die Leidenschaft fürs Buch

Mancher denkt vielleicht, die Arbeit einer Lektorin bestehe nur darin, Manuskripte auf ihre korrekte Rechtschreibung zu überprüfen. Weit gefehlt, weiß Rosa Wohlers, Lektorin im Wachholtz Verlag. In unserer Serie "Aus der zweiten Reihe" stellen wir sie vor.

Beate Jänicke 08.09.2018

„Als Mensch bist du schön, aber dein Gesicht ist hässlich.“ Klare Worte, die Fanny an Ihren Ehemann Lette richtet. Und daran muss sich was ändern, notfalls mit Gewalt. Das ist in etwa die Exposition in Marius von Mayenburgs Farce "Der Hässliche", die in der Hansa 48 in Kiel ihre Premiere feierte.

Thomas Richter 08.09.2018