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Kultur Uwe Bangert 90-jährig gestorben
Nachrichten Kultur Uwe Bangert 90-jährig gestorben
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19:22 29.11.2017
Von Maren Kruse
Uwe Bangert vor einem seiner Stillleben.
Bad Segeberg

Zeichnen und Malen seien ihm von Kindheit an als ganz normale Tätigkeiten erschienen, schrieb Bangert über sich. Einen Teil seiner Kindheit verbrachte er im Haus seines Großvaters, der Bildhauer war. So lag es nicht ganz fern, dass der 1927 in Neumünster geborene Bangert seine künstlerische Ausbildung nach dem Abitur an der von Karl Storch und Erik Richter gegründeten privaten Kunstschule in Plön aufnahm. Von 1950 bis 1951 studierte Bangert an der Landeskunstschule in Hamburg bei Alfred Mahlau – einem Lehrer, dessen Realismus den jungen Künstler prägen sollte. „Die Genauigkeit des Zeichners, der scharf hinsieht und für Vages nur Spott übrig hat“, sagt Spielmann über Bangerts dritten Lehrer, sei Mahlaus Korrektiv gegenüber einer ihm unverbindlich erscheinenden Moderne gewesen.

Bangert blieb dieser nach Wirklichkeit Suchende. Nach seinem Studienabschluss ließ er sich als freischaffender Künstler in Bad Segeberg nieder. Studienreisen führten ihn nach Istanbul, London, Rom, Venedig und ins Elsass. Mehrmonatige Arbeitsaufenthalte in Paris und Oslo wurden ihm durch Stipendien der Landesregierung ermöglicht. Neben seiner Tätigkeit als Zeichner und Maler umfasst sein künstlerische Werk auch keramische Wandbilder, Teppiche, Kirchenfenster sowie Brunnenanlagen.

Bangerts eindringlichen Porträts haftet stets etwas Überzeitliches, etwas Melancholisches an. Als Maler müsse er eben mehr wissen als er sehe, sagte er. Die Landschaft fasste Bangert ähnlich minutiös, ähnlich detailgetreu auf wie seine Stillleben. Ob toskanische Hügelkette oder eine Mole in Eckernförde – der Anspruch auf topografische Genauigkeit rangierte bei ihm vor der Wiedergabe einer flüchtigen Lichtstimmung.

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