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Kultur Manuel Möglich auf Spurensuche
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06:00 11.10.2018
Von Jörg Meyer
Manuel Möglich mit seiner Leseshow in Kiel. Quelle: Michael Kaniecki
Kiel

„Objektiv betrachtet und im Vergleich zu früheren Jahrhunderten, leben wir in der besten Welt aller Zeiten“, weiß Möglich – trotz Finanzkrise, Klimawandel und Flüchtlingselend. Brauche es daher heute überhaupt noch Utopien oder leben wir die längst schon?

Unter Aussteigern

Manche der Aussteiger und Neustarter, die Möglich besuchte, sind denn auch recht konservativ in ihren Zukunftsszenarien. So wollen die Immortalisten, denen Möglich beim Raad-Festival („Revolution against Aging and Death“) in San Diego begegnete, im Grunde nur die Ewigkeit des bestehenden Lebens, wollen nicht mehr altern und niemals sterben. Ist das eine Utopie oder eher ein Alptraum?, fragt Möglich, denn manches, was ihm dort an Visionen begegnete, ist nicht nur skurril, sondern gruselig.

Etwa wenn der Internet- und Künstliche-Intelligenz-Pionier Ray Kurzweil von der Verschmelzung von Mensch und Maschine träumt. Schon in 30 Jahren werde man das menschliche Bewusstsein „in die Cloud hochladen“ können und als Cyborg unsterblich sein, verkündet der Transhumanist. Nicht minder monsterhaft kamen Möglich manche Anti-Ager vor, entstellt von zahllosen Schönheitsoperationen und „einem Schluck zu viel aus dem Jungbrunnen“.

Selbstversuch im Hambacher Forst

Auch sonst können ihm die porträtierten Aussteiger kaum schräg genug sein, was den besonderen Reiz seiner Reportagen ausmacht. Im Hambacher Forst, interviewte er Aktivisten, die seit Jahren gegen den Alptraum des Braunkohletagebaus demonstrieren. Aber auch deren Utopie – „Mehr David gegen Goliath geht nicht!“ – wirkte auf ihn seltsam rückgewandt: Denn nicht nur metaphorisch kehren die Aussteiger dorthin zurück, wo der Mensch vor Jahrmillionen einst herkam – auf die Bäume.

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