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Kultur Theater durch die Stadt
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15:07 29.11.2018
Von Ruth Bender
Theatrale Spurensuche: Regisseur Michael Uhl (re.) und Bühnenbildner Thomas Rump. Quelle: Marco Ehrhardt
Kiel

Das Schauspiel noch einmal anzugehen, war für Uhl „eine Gelegenheit, die Geschichte auf der Basis unserer damaligen Fassung anders zu betrachten“. Der politische Gegensatz zwischen dem revolutionär bewegten Fritz und dem vom Reichskanzler aus Berlin gesandten Gustav Noske reizt den Regisseur: "Ihre politischen Auffassungen sind das Kraftfeld, in dem sich das Stück bewegt.“ Ohnehin steckt der Regisseur tief in der Materie: Anfang des Jahres hat er an der Landesbühne Wilhelmshaven auf der Basis von Ernst Tollers Feuer aus den Kesseln (1928) ein Recherchestück über den Niedergang der kaiserlichen Marine inszeniert.

Der Matrosenaufstand wird zum Stationendrama

In Kiel haben Uhl und Dramaturg Jens Paulsen das Stück nun – im Vergleich zur Uraufführung 2008 – zum Stationendrama erweitert. Das führt das Publikum ausgehend von der einstigen Technischen Marineschule in der Arkonastraße zu Fuß und per Bus in fünf Stationen unter anderem ins Gewerkschaftshaus in der Legienstraße und in die Oberfinanzdirektion in der Lornsenstraße, damals Sitz der Marineleitung.

„Das ist eine Zoom-Fahrt auf die politische Auseinandersetzung hin“, erklärt Michael Uhl – und lobt die Offenheit und Kooperationsbereitschaft der Stadt. „Ein organisatorischer Kraftakt“, ergänzt Dramaturg Paulsen, der gleich mit diversen Liegenschaften in Kontakt war. Ein Glücksfall etwa, dass die Oberfinanzdirektion vor dem Umbau steht und für die theatrale Zwischennutzung zu haben war.

"Die Zuschauer tauchen ab in die Geschichte"

Das Publikum ist im großen Ganzen Teil der Inszenierung: „Es gibt der politischen Auseinandersetzung die notwendige Öffentlichkeit.“ Dabei werden die Zuschauer den Abend aus unterschiedlichen Perspektiven erleben: als Matrosen, als Arbeiter oder durch die Brille der Offiziere. „Sie tauchen ab in die Geschichte, gehen mit den handelnden Figuren mit. Und die Theaterform ermöglich es, dem Geschehen sehr nahe zu kommen.“

Premiere, 1. Dezember, 19 Uhr. Startpunkt am Eingang zur ehemaligen Technischen Marineschule in der Wik, Arkonastraße 1. Da die Vorführung zum Teil draußen stattfindet und mit Fußweg verbunden ist, werden wetterfeste Kleidung und feste Schuhe empfohlen. Der erste Teil der Vorstellung ist außerdem nicht barrierefrei. Karten + Info: Tel. 0431/901901, www.theater-kiel.de

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