Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kultur Neue Entwürfe für alten Iltisbunker
Nachrichten Kultur Neue Entwürfe für alten Iltisbunker
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:54 17.04.2018
Von Sabine Tholund
Piotr Nathan (Kiel) lässt in seinem Entwurf "Auf einmal hatte ich einen Schuss in der Milchkanne" Gaardener Kinder zu Mitgestaltern werden. Quelle: Marco Ehrhardt
Anzeige
Kiel

Präsentiert werden drei Wettbewerbsentwürfe zur künstlerischen Neugestaltung der Gaardener Bunkerfassade – die Restaurierung des monumentalen Wandgemäldes „Revolution und Krieg“ (1987-89) von Shahin Charmi  war aus Kostengründen verworfen worden.

Charmis altes Bunkerbild ist "abgängig"

Das alte Bunkerbild, identitätsstiftend für viele Gaardener,  „ist seit drei Jahren deutlich abgängig“, so Ute Kohrs, Jurymitglied und Mitglied des Ortsbeirates. „Teile fallen aus der Fassade heraus.“ Um die Bevölkerung insbesondere des Stadtteils in die Neugestaltung einzubeziehen, können Besucher mitentscheiden, welcher Entwurf realisiert wird,  indem sie ihrem Lieblingsbild ihre Stimme geben.

Entwürfe sind eher konzeptuell

Die zur Wahl stehenden Entwürfe sind im Vergleich zum Gemälde des vom sozialkritischen Realismus seines Lehrers Harald Duwe geprägten Charmi eher konzeptuell. So stellt Chili Seitz die monumentale Präsenz des Bunkers als Baukörper in den Mittelpunkt. „Risse“ nennt sie ihren Entwurf, der den Bunker durch zwei tiefe Linie quasi zum Bersten bringt. „Die obere Linie spiegelt die Zahl der Antragsteller auf Asyl in Deutschland von 1955 bis 2017, die untere die kriegerischen Konflikte im selben Zeitraum weltweit.“

Akustische Schwingungen werden sichtbar

Eine gezackte Linie aus Cortenstahl lässt der Hamburger Arne Lösekann in seinem Entwurf  über die Bunkerwände laufen. Die rote Amplitude entspricht den akustischen Schwingungen der Rede Philipp Scheidemanns zur Ausrufung der Weimarer Republik 1918. Gaardener Kinder sind Mitgestalter des Entwurfs von Pjotr Nathan. Ihre Zeichnungen zu Stichworten rund um den Matrosenaufstand hat der Künstler und Professor an der Muthesius Kunsthochschule auf sein Modell übertragen. Gelegenheit zur  Stimmabgabe gibt es vor Ort in der Zeit vom 18. April bis zum 13. Mai.             

Elisabethstraße 68a. Eröffnung Mittwoch, 18 Uhr. Bis 13. Mai.  Di-Do und So 15-18 Uhr. Eintritt frei   

Hier sehen Sie die anderen Entwürfe.
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach dem Rücktritts-Skandal: Der Schauspieler Fabian Hinrichs plädiert für René Pollesch als zukünftigem Intendanten der Berliner Volksbühne. Das sagte der 44-jährige Schauspieler, der zwischen 2000 und 2005 dem Ensemble des Hauses angehörte, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

17.04.2018

Nach den Dramen "Geächtet" und "The Who and The What" ist "Junk" das dritte Drama von Pulitzer-Preisträger Ayad Akhtar, das am Deutschen Schauspielhaus Hamburg seine deutsche Erstaufführung hatte. Jan-Philipp Gloger hat den Wirtschaftskrimi in Szene gesetzt.

Ruth Bender 17.04.2018

Mit dem "äffischen Leben" hat Rotpeter eigentlich nichts mehr am Hut: Seit fünf Jahren forciert er seine Menschwerdung. Drei Lektionen gibt es, um die Durchschnittsbildung eines Europäers zu erlangen: Den offenen Handschlag, Rauchen und, nun ja, sich wie ein Mensch mit Schnaps zu berauschen.

Isabelle Breitbach 16.04.2018
Anzeige