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Kultur Tiefsinn und höherer Unsinn
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18:22 12.03.2018
Von Sabine Tholund
Unterhielt sein Publikum im Kieler Kulturforum: May Goldt. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Kiel. Das Publikum ist ihm treu geblieben, folgt es doch zu gern den kunstvoll formulierten Alltagsbeobachtungen des 59-Jährigen, die er meisterlich mit einer guten Portion höheren Unsinns zu verquicken und auf die Spitze zu treiben versteht. Eine bunte Auswahl aus seinem stattlichen Ouevre hat er mitgebracht, darunter Texte und Dramulette aus dem Satire-Magazin „Titanic“, erschienen im Laufe der vergangenen 20 Jahre. Als Appetithäppchen serviert er eine Geschichte über einen Wohnungswechsel und die damit verbundenen Tücken. „Ich singe ein Chanson, denn meine Wohnung hat Balkon“ reimt er mit expressiver Betonung der französischen Worte, die sich als Rudimente fremdsprachlicher Bildung in seinem Mund „räkeln“. Bewusst verzichte er an dieser Stelle auf den Satz „Ich singe ein Couplet, denn ich habe ein Bidet“, fügt er hinzu – und denkt nach über das Bidet an sich: Optik, Gebrauchsweise, Klientel. Ausgehend von dem sanitären Gebrauchsmöbel zur „Bürzelpflege“ kommt er in atemberaubenden Assoziationsketten zu homoerotisch veranlagten Frauen und konstruiert „grässliche Wortreihen“, die von Lesbe zu Putze und Tippse auf Petze, Tanke und Glotze springen.

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