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Kultur Meer erleben – und erhalten
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21:20 25.10.2018
Von Jörg Meyer
Trüber Ausblick für Kite-Surfer Mario Rodwald: Szene aus „Plastik in jeder Welle – Surfen in der Müllhalde Meer. Quelle: NDR /Sebastian Bellwinkel
Kiel

Naturfilm „in seiner Königsklasse Meeresfilm“ könne Bewusstsein schaffen für den Lebensraum Meer, aus dem letztlich alles Leben stammt.

Mehr als 60 Filme über und rund um das Meer sind noch bis zum Sonntag in Kieler Kinos zu sehen, kuratiert von Korina Gutsche und Festivalleiter Till Dietsche. Das Meer und seine Be- und Anwohner sollen dabei als ein schützenswerter und nachhaltig zu bewahrender Lebensraum dargestellt und dem Publikum nahegebracht werden. Cinemare will das Meer nicht nur zeigen und im Film erlebbar machen, sondern aus solcher Einsicht auch zum politischen Engagement gegen seine Ausbeutung und Zerstörung aufrufen.

Partnerschaft zwischen Kiel und San Francisco

Dafür tun sich jetzt zwei Städte und Meeresfilmfestivals – gleichsam global denkend, lokal handelnd – zusammen. Ana Blanco vom International Ocean Filmfestival in Kiels neuer Partnerstadt San Francisco und Till Dietsche für das Kieler Cinemare unterzeichneten bei der Eröffnung eine Festivalpartnerschaft.

Die Revolution im Film

Von der Förde- und Marinestadt nahm vor genau 100 Jahren die Novemberrevolution 1918 ihren Ausgang. Bei Cinemare wird das in Kai Zimmers Kurzfilm "Revolution 18" (über das Tagebuch des Kieler Werft-Ingenieurs Nicolaus Andersen) und in der geschlossenen Welturaufführung des Arte/NDR-Dokudramas "1918 – Aufstand der Matrosen" reflektiert. Das Meer löste schon immer (R-) Evolutionen unseres Lebens aus, aber wir „revoltieren“ es auch, wälzen es um.

Vom Plastik in jeder Welle

Zum Beispiel durch den fortwährenden Eintrag von Plastikmüll, Geisternetzen und Mikroplastik-Partikeln, wie bei der Eröffnung die Doku "Plastik in jeder Welle – Surfen in der Müllhalde Meer" (Sebastian Bellwinkel und Christopher Braun) bestürzend beweist." The Last Lamentation", ein One-Shot von Valentina Medda, zeigt in betenden Figuren am Meer eindrucksvoll die Trauer, die wir empfinden müssten, wenn wir das Meer verheeren. Der Film stammt aus der von Katja Vedder kuratierten Video-Kunst-Sektion des Festivals.

Romantisches Date op de Diek

Deren Filme fassen das politische Meeresthema poetisch auf. Denn bei allem notwendigen politischen Engagement ist das Meer zuweilen auch „nur“ Kulisse für ein romantisches "Date op de Diek": Lara Pansegraus Kurzspielfilm über eine aufkeimende Liebe am Nordseestrand und Deich ist so herrlich dröge norddeutsch und slapstickend erzählt, dass man das Meer noch mal ganz anders erlebt – nachfolgende (Liebes-) Handlung eingeschlossen.

Cinemare läuft noch bis Sonntag in Kieler Kinos. Infos und Programm: www.cinemare.org

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