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18:28 13.10.2018
Von Sabine Tholund
Emil Nolde: "Meer mit violetten Wolken und drei gelben Seglern", 1946 enstanden. Quelle: Nolde-Stiftung Seebüll
Alkersum, Föhr

Die Ausstellung legt erstmals den Fokus auf ein Sujet, das Nolde über Jahrzehnte beschäftigt hat.     Denn ob tosend und wild oder sanftmütig und spiegelglatt, ob bei Tag, bei Nacht oder in der magischen Zeit dazwischen:  Das Meer ist ein zentrales Motiv in Noldes Ouevre.

Im Fischerhaus auf der Insel Alsen

Auf der dänischen Insel Alsen, wo er zwischen 1903 und 1916 mit seiner Frau Ada die Sommer in einem Fischerhaus verbrachte, war sein Atelier ein Bretterverschlag direkt am Strand. Damals galt sein erster Blick aus dem Fenster dem Meer, das mit dramatischer Gleichgültigkeit seine Wellen ans Ufer spülte.  „Oft stand ich am Fenster, lange  schauend, sinnend über das Meer hinaus. Nichts war da, als nur das Wasser und der Himmel“, schreibt er in seinen Lebenserinnerungen.

Spiegel innerer Befindlichkeiten

Die  Bilder der Alkersumer Schau  datieren von 1900 bis in die späten 1940er Jahre, als längst das nordfriesische Seebüll sein Zuhause war. Hier und da tauchen Segelboote auf, später auch Figuren. Spannender sind jedoch die reinen Meereslandschaften - bei Nolde immer auch Spiegel innerer Befindlichkeiten. Seine Aquarelle wirken ungleich sanfter als die Ölgemälde, deren Farbauftrag von pastoser Plastizität bis zu lasierender Duftigkeit reicht. Wolken in leuchtendem Ocker treffen hier auf grünblaue Fluten, in denen manchmal die Sonne als roter Feuerball versinkt. Unglaublich sind diese spektakulären Bilder vom Meer -  und dabei der Realität nicht einmal allzu fern.                                                                     

 Alkersum, Föhr. Bis 6. Januar. Katalog 29,90 Euro.  Di-So 10-17 Uhr. Ab November Di-So 12-17 Uhr

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