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Kultur "Mythos Olympia": Run auf Ausstellung in Berlin
Nachrichten Kultur "Mythos Olympia": Run auf Ausstellung in Berlin
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17:16 30.08.2012
Blick in den Martin-Gropius-Bau zu Berlin. Quelle: Florian Schuh

Zusammen mit kostbaren Objekten aus dem Louvre, dem Vatikan und Berliner Museen erzählen sie auf unvergleichliche Weise von der Geschichte der Olympischen Spiele im alten Hellas und ihren Auswirkungen bis heute.

Die Schirmherrschaft haben Bundespräsident Joachim Gauck und der griechische Präsident Karolos Papoulias übernommen. "Diese Ausstellung ist eine Gelegenheit, in Deutschland und Griechenland zu zeigen, dass Olympia uns vereint", sagte der stellvertretende griechische Kulturminister Konstantinos Tzavaras, der eigens zu der Ausstellungseröffnung am Donnerstagabend angereist war. Museumschef Gereon Sievernich sprach von einer einmaligen Zusammenarbeit.

Der olympische Wettkampf war vor mehr als 2500 Jahren im kleinen Örtchen Olympia auf dem Peloponnes entstanden, wo dem Gott Zeus ein Heiligtum geweiht war. Aus dem Lauf der Männer zum Altar entwickelte sich der Wettlauf als älteste sportliche Disziplin, der Sieger wurde anfangs mit einem Lorbeerkranz gekürt. Wie der frühere Direktor der Berliner Antikensammlung und Kurator Wolf-Dieter Heilmeyer berichtete, versuchten sich die teilnehmenden Städte immer mehr durch Weihgaben zu übertrumpfen - was den Archäologen später fantastische Funde bescherte. "Wir können anhand von Objekten Geschichte erzählen."

Zu den schönsten Stücken in Berlin gehört der marmorne Sockel einer Statue, der mit Reliefs von laufenden, ringenden und speerwerfenden Jünglingen geschmückt ist. Der Torso eines Diskuswerfers, ein bronzener Läufer oder die Statue eines Wagenpferdes geben Auskunft über die damals üblichen Disziplinen. Ausgerechnet aus dem Vatikanischen Museum stammt mit einer lebensgroßen Wettläuferin aus dem 1. Jahrhundert v.Chr. eine der wenigen Frauenfiguren des antiken Sports.

In einem zweiten Teil der bis Anfang Januar laufenden Schau werden die Ausgrabungen im Heiligtum von Olympia dokumentiert. Deutsche Archäologen sind seit fast 150 Jahren gemeinsam mit örtlichen Kollegen um die Freilegung der Kultstätte bemüht. In einem für damalige Verhältnisse ungewöhnlichen Vertrag, so Sievernich, wurde keine Fundteilung vereinbart: Die Originale kamen in ein eigens dafür eingerichtetes Museum vor Ort, die deutschen Partner erhielten Abgüsse.

Im herrlichen Lichthof des Gropiusbaus sind die Giebel des Zeustempels deshalb als Rekonstruktion zu sehen. Die meisten anderen Schätze wie Statuen, Goldschmuck, Waffen und Opfergaben sind dagegen Originale - rund 200 davon noch nie gezeigt. "Was die Griechen da rausrücken, habe ich nicht geglaubt, bis ich es hier gesehen habe", gestand Kurator Hans-Joachim Gehrke. "Wir bekommen einen Einblick in eine vergangene Welt, die uns zugleich fern und nah, nah und fern ist."

Initiatoren des Projekts waren die Griechische Kulturstiftung Berlin und das Griechische Kulturministerium, Partner das Deutsche Archäologische Institut und der Gropius-Bau. Und warum ist so eine schöne Schau erst nach Ende der Olympischen Spiele in London zu sehen? Kulturstiftungsdirektor Elefterios Ikonomou erklärt das so: "Wir wollten nicht in die paradoxe Situation kommen, Olympische Spiele gegen Olympische Spiele antreten zu lassen."

dpa

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