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Kultur Spielend mit oder ohne Behinderung
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09:00 07.07.2017
Von Sabine Tholund
Mnechen mit und ohne Behinderung, Flüchtlinge und Einheimische kommen im Integrativen Theater zusammen.  Quelle: Björn Schaller

An einem Ort. Jetzt. lautet der Titel der 13. Produktion, in der es um das Fremdsein geht – an einem Ort oder im eigenen Körper. „Das Thema ist unserem Ensemble geschuldet, zu dem diesmal vier Geflüchtete gehören. Durch ihre kulturelle Herkunft, ihre Traditionen sowie durch ihre Erlebnisse auf der Flucht und im Alltag in Deutschland wurden Orte wichtig.“ Seit Dezember letzten Jahres ist das 14-köpfige Ensemble komplett. Das Alter der Spieler zwischen 19 und 55 Jahren bietet genauso viel Reibungsfläche wie ihre unterschiedliche kulturelle Herkunft. Spannungen sind da durchaus vorprogrammiert. „Doch die Sehnsucht nach dem Gefühl, eine Einheit zu sein, ist groß“, so Ehlers. „Wenn man am Ende aller Widrigkeiten und Konflikte zum Trotz eine Produktion auf die Bühne bringt, ist das für alle ein echter Glücksmoment.“ Das Trennende, was trotz allem aufscheint, soll indes nicht ausgeklammert werden. „Auch im Stück wird erkennbar, das man an Grenzen stoßen kann.“

Einen klaren Handlungsstrang im Sinne einer geschlossenen Geschichte wird es wie in den Vorgängerjahren auch in der aktuellen Produktion nicht geben. Vielmehr handelt es sich wieder um eine Theatercollage, die durch den Wechsel aus Gruppenszenen, Dialogen sowie choreografierten Szenen mit und ohne Musik lebt. „Vor dem Hintergrund der Verortung, bei der es auch um Seelenorte gehen kann, gibt es eine emotionale Chronologie“, sagt Raja Ehlers. „Und alle wollen ihre Gefühle in großer Wahrhaftigkeit zeigen.“

www.theater-kiel.de

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