Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kultur Welche Arie von Puccini ist Ihr Favorit?
Nachrichten Kultur Welche Arie von Puccini ist Ihr Favorit?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 14.07.2017
Von Dr. Christian Strehk
Turandot ist die Sommeroper 2017 auf dem Kieler Rathausplatz. Quelle: Olaf Struck
 

Warum so viele dem waghalsigen Calaf an den Lippen hängen, hat diverse Gründe. Zunächst ist der Sänger der Arie Tenor. Und wie das Beispiel Paul Potts zeigt, muss er dabei weder gut aussehen noch wirklich gut singen können. Kommt mindestens eines von beidem noch hinzu, gibt es sowieso kein Halten mehr. Die Arie mit dem Sehnsuchtsthema und dem „Vincero!“-Höhepunkt ist Viagra für die Ohren. Da reicht sogar ein hohes „h“ am Schluss, das bekanntlich niemand so prachtvoll siegesgewiss strahlen lassen konnte wie der „King-of-the-high-C“ Luciano Pavarotti.

Giacomo Puccini, der Komponist, kannte sich mit all dem bestens aus. Er war eine Art George Clooney Norditaliens, ganz ohne amerikanischen Akzent übrigens. Der Erotomane Puccini hatte als Horizonterweiterung seiner Ehe offenbar zahlreiche Affären und fühlte sich dabei, wie das Verhältnis mit einer Turiner Näherin zeigt, auch nicht von Standesdünkel oder justiziablen Tabubrüchen ausgebremst. Wer mehr darüber lesen möchte, dem empfehlen sich diesbezügliche Enthüllungsbücher des Autoren Helmut Krausser. Wer mehr hören möchte, braucht nur den vielen Verführer- und Opferarien des Tenor-Förderers und Frauen-Verstehers zu lauschen.

Unter den größten Hits der Operngeschichte tauchen nämlich neben Calaf noch mehr Chart-Kandidaten aus dem Puccini-Universum auf: Die bedauerliche Todes-Lyrikerin Liu (Tu che di gel sei cinta) und die unnahbare und scheußlich schwer zu singende Turandot (In questa reggia) höchstselbst. Nah verwandt mit beiden: Madama Butterfly (Un bel di vedremo). Dann natürlich der eigentlich ironisch gemeinte Schmachtfetzen (O mio babbino caro) von dem ebenfalls einem Selbstmord aus Liebe nahe stehenden Töchterchen Lauretta in Gianni Schicchi.

Und schon folgt wieder die Herrenriege der Tenöre, die in Tosca die Sterne über dem Engelsburg-Knast (E lucevan le stelle), in La Bohème die kleine Hustende in der Studentenbude (Che gelida manina) oder in Manon Lescaut die große Klosterflüchtige (Donna non vidi mai) derart anschmachten, dass Gänsehaut keine Seltenheit ist. Die Liste ist da längst nicht zuende. Aber irgendwann fordert der Schlaf halt doch noch sein Recht.

Zum Nachhören: Puccinis Arien im Ranking - Wählen Sie Ihren Favoriten

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Vertrag läuft noch drei Jahre - und schon wurde gestern ein Zeichen für die weitere Zukunft gesetzt: Kiels Generalintendant Daniel Karasek soll auch über 2020 hinaus am Theater bleiben. Über die Vertragsverlängerung bis 2025 informierte am Donnerstag Kulturdezernent Wolfgang Röttgers.

Konrad Bockemühl 13.07.2017
Kultur Sommeroper mit Ballett - Turandot tanzt

Das Ballett gibt in der Sommeroper auf dem Rathausplatz ein kleines Gastspiel: Marina Kadyrkulova und Alexey Irmatov vom Kieler Ballett begleiten "Turandot" mit einer Choreografie von Yaroslav Ivanenko.

Ruth Bender 13.07.2017

Pepe Danquart versucht sich mit dem Zeitsprungfilm „Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner“ (Kinostart am 13. Juli) im Komödienfach. Hauptdarstellerin Jessica Schwarz macht dabei zwar gute Figur, die Komik wirkt jedoch zuweilen schräg und mächtig angestrengt.

13.07.2017
Anzeige