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Kultur "La Sylphide" begeistert aufgenommen
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18:16 05.11.2017
Von Sabine Tholund
Tragische Liebe zu einem zarten Feenwesen: James (Alexey Irmatov) verliebt sich in die Sylphide (Emma Lucibello). Quelle: Olaf Struck

 Mit begeistertem Applaus bedankte sich das Publikum bei den Tänzern und dem Gastchoreografen Peter Bo Bendixen, der die seit 1836 überlieferte Choreografie seines dänischen Landsmannes August Bournonville mit den Kieler Ensemble einstudiert hat.

Zwischen bodenständigem Naturalismus und schaurig-schöner Fantasiewelt oszilliert die Geschichte um die tragische Liebe eines Menschen zu einem zarten Feenwesen – ein Stoff, der zum Träumen und wohligen Seufzen einlädt. Ausstatter Heiko Mönnich hat sich nicht lumpen lassen und, inspiriert von der klassischen Theater- und Illusionsmalerei des 19. Jahrhunderts, Bühnenbilder geschaffen, die reichlich Raum für beide Welten lassen. Ein schottisches Cottage mit robusten Mauern und flackerndem Kaminfeuer im ersten Bild wechselt nach der Pause mit einem verwunschenen Zauberwald. Hier treiben zwischen grünlich wabernden Trockennebelschwaden die Hexen ihr Unwesen, während im zarten Morgenlicht die Feen tanzen. Die kräftigen Farben in den Kostümen der Hochzeitsgesellschaft, die, angeführt von Gurn (Jeremy Curnier) und Effy (Jemina Curnier), in temperamentvoll dargebotenen Charaktertänzen die bevorstehende Eheschließung von James feiern, bilden einen herrlichen Kontrast zu den ätherisch-zarten Tutus der Sylphen. In schönster Tradition des „ballet blanc“ formieren sich die geflügelten Wesen im zweiten Akt zu einer weißen Wolke, die in zierlichem Spitzentanz über die Bühne schwebt. Im Reigen der Feen sind weniger hohe Sprünge und akrobatische Pirouetten gefragt als Anmut und Grazie – in Perfektion präsentiert von Emma Lucibello in der Titelrolle. Mit gewaltiger Sprungkraft glänzt ein höchst präsenter Alexey Irmatov als James. So innig-dezent die Hände des rettungslos Verliebten in der Begegnung mit der Sylphide immer wieder in Richtung seines Herzens wandern, so komödiantisch seine vergeblichen Versuche, die körperlose Fee zu erhaschen, so kraft- und temperamentvoll zeigt er sich als Kerl im Kontext menschlicher Gesellschaft.

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