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16:22 11.03.2018
Von Sabine Tholund
Bilderzählungen mit der Laubsäge: Peter F. Piening in seinem Kunstkosmos. Quelle: Marco Ehrhardt
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Flensburg

Flensburg. Zu sehen ist eine Retrospektive auf  fünf künstlerisch höchst produktive Jahrzehnte. Ein Großteil der nicht chronologisch aufgebauten Arbeiten ist in den 2000er Jahren entstanden, darunter fünf  begehbare Objekte. Im einsitzigen „Umbraculum"(2004/05) etwa stürmen neben Ornamenten und wild zusammengewürfelten Bildmotiven Textfragmente auf den Betrachter ein.

„Götes Faust ist die beste" steht da neben einem harschen „Herumstehen verboten" - letzteres ein Zitat aus dem Verbotskanon im Dritten Reich. Die Mischung aus komischen und ernsthaften Elementen ist Piening wichtig – genauso wie der Moment des Kontemplativen, den der Betrachter allein im Dialog mit den Bildern erlebt.

„Ich will keine eindeutigen Botschaften, keine Denkvorlagen oder Wertesysteme vermitteln", so der in Ahrensburg beheimatetet Künstler, der die Laubsäge  als Werkzeug schätzt, weil sie „in Kunstkreisen verpönt" ist.

Überzeugt, dass eigentlich  jeder Gegenstand kunstwürdig ist ( „auf den Zusammenhang kommt es an“), adelt er banale Motive vom Satzzeichen bis zur Spaghetti-Gabel durch  opulent ornamentierte Rahmungen, manchmal wird auch der Rahmen selbst zum Motiv. Der langjährige Kunsterzieher mag die Provokation als Herausforderung zum Nachdenken.  „Es gefällt mir, wenn jemand sagt: Das kann doch nicht sein Ernst sein!“ sagt Piening und schmunzelt. „Ich kann dann nur sagen: Doch, es ist mein Ernst!"  

Museumsberg Flensburg. Eröffnung Sonntag, 11.30 Uhr. Bis 10. Juni. Di-So 10-17 Uhr.

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