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Kultur Laboratorium der Weltmusik
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10:09 15.09.2018
Von Dieter Hanisch
Piers Faccini live in der Werkhalle in Neumünster. Quelle: mwe: Manuel Weber
Neumünster

Der erste Teil des Konzerts, das der NDR für seinen Info-Kanal mitgeschnitten hat, ist von ruhigerer, beinahe intimer Natur. Der in Frankreich lebende Brite mit italienischen Wurzeln und polnisch-jüdischen Vorfahren liefert mehrsprachigen Folk mit Tiefgang. Prägend ist dabei sein eindringlicher Gesang, aber auch sein Gitarrenspiel.

Die Barrieren werden durchbrochen

Im zweiten Teil werden alle Barrieren durchbrochen, das Publikum mit einbezogen. Vor allem kommt dann erst die Klasse von Faccinis Mitstreitern auf der Bühne voll zur Geltung. Immer wieder rücken nämlich auch Simone Prattico am Schlagzeug und Malik Ziad als Tieftöner an der Gimbri ins Blickfeld. Der Laissez-Faire-Charakter, den sich das Trio nach der Pause auferlegt hat, lockert die Stimmung sichtlich auf, nachdem manch ein Konzertgänger zunächst doch noch ein wenig mit dem Dargebotenen gefremdelt hat.

Multikulti auf der Bühne

Prattico ist Italiener, Ziad Algerier – Multikulti auf der Bühne und als gelungenes musikalisches Laboratorium. Größtenteils spielt Faccini Stücke seines letzten 2016 veröffentlichten Albums I Dreamed An Island. Zu einigen Titeln liefert er eine ausführliche Moderation, etwa wenn er seine Philosophie zu Bring Down The Wall erläutert als Gegenentwurf zu einer von US-Präsident Donald Trump verfolgten Politik.

Am Ende wird das Trio bewundert und herzlich bejubelt. Nur zu gerne liefern Faccini und Band eine Zugabe. Ein stimmliches Ausrufezeichen setzt der Ausnahmekünstler ganz am Schluss noch mit einem Injil.

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