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Kultur Long Distance Calling hob ab
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13:21 04.03.2018
Von Kai-Peter Boysen
Long Distance Calling in der Kieler Pumpe. Quelle: Michael Kaniecki
Kiel

Der erste Eindruck

Blaues Licht, Nebel, allmählich füllt sich der Saal mit gemischtem Publikum, die entspannte Atmosphäre deutet darauf hin, das offensichtlich alle zum Musikhören und –genießen gekommen sind. Ein Flügelpaar hinter dem Schlagzeug – ein Vorbote, dass hier eine Band bereit zum Abheben ist?

Die Musik

Long Distance Calling sind eine Instrumentalband mit Songs zwischen viereinhalb und zwölfeinhalb Minuten Länge, in denen sie den Gitarrenrock mit Metalausflügen facettenreich feiern. Der Opener „Ascending“ beginnt mit bissigen Riffs im Uptempo, die sich ganz allmählich in den ruhigen, melodiesatten Schlussteil auflösen. Viel Atmosphäre, wenig Gefrickel. Hier geht es nicht ständig um preisverdächtige Geschwindigkeiten und technische Höchstleistungen, sondern Florian Füntmann und David Jordan an den Gitarren sowie Jan Hoffmann und  Janosch Rathmer an Bass und Schlagzeug huldigen dem Moment, zeigen sich geduldig, lassen in „Out There“ auch mal völlige Stille zu beziehungsweise schieben einen Song wie „Aurora“ erst ganz langsam an, um ihn nach kurzer Eruption im Klangkosmos verschwinden zu lassen.

Das Publikum

Klarer Männerüberschuss, aber gemischt in Alter und Optik. Junge Metalheads begeistern Long Distance Calling ebenso wie mit Krautrock Aufgewachsene. Andächtig lauscht man den Klängen, manche schließen die Augen, reisen träumend durch die Welten dieses vierköpfigen Klangkörpers. Großer Applaus nach jedem Song, den die Bandmitglieder mit einem Lächeln und kurzem „Danke, Kiel“ über das einzige Mikro quittieren.

Was in Erinnerung bleibt

Einen Brüller, der partout keine Stille ertragen kann, gibt`s ja immer, doch der junge Mann, der auf „Maul halten!“ nicht ausreichend reagiert, wird von einer jungen Frau zur Seite genommen und erfolgreich mit ruhigen Worten um Respekt gegenüber der Band und dem Rest des Publikums gebeten. Sanftmut siegt.

Fazit

Ein großartiger Abend mit einer großartigen Band, die tatsächlich abgehoben ist – das Publikum dabei aber mitgenommen hat. 

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