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09:05 21.07.2018
Von Konrad Bockemühl
Ausgezeichnete Ideen für den Bernhard-Minetti-Platz: v.li.: Franziska Rast (31/6 ), Janina Scheer (neutralgelb #FFFF00 ), Meike Schröder (Platzpioniere). Quelle: Frank Peter
Kiel

Der städtische Kunstbeirat hatte zum Sommersemester die Masterklasse von Prof. Sandra Schramke zum Wettbewerb eingeladen, Ideen für das Areal zu entwickeln – um ihm jenseits des funktionalen Kontextes Flair zu verleihen, neu zu denken und (anders) zu beleben.

So frisch etwa, wie das Gelb leuchtet, in das Janina Scheer die Fläche zwischen Schauspielhaus und Gneisenaustraße taucht und den Platz zu einem großen attraktiven Ganzen verschmelzen lässt. Die Masterstudentin will in ihrem Entwurf "neutralgelb #FFFF00" auf die Magie des Theaters aufmerksam machen und diese in memoriam Minetti in den urbanen Raum übertragen. Ein großer, ebenfalls gelber Rahmen vor dem Schauspielhaus schafft eine Fläche etwa für Projektionen und Illusionen – er bildet zugleich einen Riegel zum derzeitigen Verkehrsaufkommen.

Einladung an Platzpioniere

Das Prinzip eines Shared Space bestimmt auch das Konzept "Platzpioniere" von Meike Schröder. Sie will den Platz „prozesshaft aktivieren“, ihn über temporäre Eingriffe als „Möglichkeitsraum“ vorerst für ein Jahr Bespielungsdauer beleben, um nachhaltige Nutzungskonzepte zu entwickeln.

Franziska Rast wiederum orientierte sich in ihrer Arbeit "31/6" an kartografischen Höhenlinien und schafft eine entschleunigte, auf drei Ebenen gestaffelte Stadtlandschaft mit einer urbanen Begegnungs- und einer ökologischen Erholungs-Ebene. Als Basis spricht sie von einer „radikalen Reduktion des Individualverkehrs“ und der Gleichstellung aller Arten von Mobilität.

Drei erste Preise wurden vergeben

Letztlich eint das alle drei, weit über das Grün am Bernhard-Minetti-Platz hinausgehenden Entwürfe, die vom Preisgericht jeweils mit einem ersten Preis und damit 1000 Euro bedacht wurden.

Der Jury gehörte auch Stadtbaurätin Doris Grondke an, die sich so weitgehende verkehrliche Veränderungen derzeit nur schwer vorstellen kann – andererseits Visionen zu diesem „Unort“ ausdrücklich begrüßt. Allemal hat die Diskussion an Farbe – vielleicht ja auch an Fahrt gewonnen.

Die Entwürfe der Raumstrategen sind auf der Jahresschau „Einblicke - Ausblicke“ der Muthesius Kunsthochschule im Hauptgebäude (3. OG) noch bis Sonntag (22. Juli), 11-21 Uhr, zu erkunden.

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