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Kultur Rebellion der Roboter
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15:21 17.06.2018
Fahndet im Detroit des Jahres 2038: Android und Polizist Connor soll gegen rebellierende Roboter ermitteln. Quelle: Hersteller
Leipzig

Das Ende naht. Und es kommt schnell. Nur rund zwölf Stunden dauert es, dann ist das vielleicht intensivste Spielerlebnis des Jahres schon vorbei. Vier Jahre lang haben 180 Entwickler an “Detroit: Become Human“ gearbeitet, mehr als 3000 Drehbuchseiten in Szene gesetzt und 37 000 Animationen mit Dutzenden Schauspielern aufgenommen. Und nun lässt sich eines der ambitioniertesten Game-Projekte an einem Wochenende durchspielen.

Was danach hinter einem liegt, ist jedoch nur ein Weg, den Abspann zu erreichen – einer von rund 1000. Gesehen hat man nur eines von zahlreichen möglichen Enden. Es ist ein individueller Pfad, der durch das Detroit des Jahres 2038 geführt hat, in dem Androiden anfangen, gegen die Menschen zu rebellieren.

Einst angeschafft, um Geschirr zu spülen, Babysitter zu spielen oder sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen, widersetzen sich die Roboter plötzlich den Befehlen – und zeigen menschliche Züge.

Schöne neue Welt? Im Detroit des Jahres 2038 sollen Androiden den Menschen sämtliche Wünsche erfüllen und lästige Arbeit abnehmen. Quelle: Hersteller

Spieler schlüpfen in die Rollen von drei Androiden – dem Polizisten Connor, dem Pfleger Markus und dem Kindermädchen Kara. Weil immer mehr künstliche Wesen zu “Abweichlern“ werden, bekommen Connor und sein menschlicher Kollege Hank den Fall auf den Tisch.

Gleich zu Beginn demonstriert das Spiel, wie sich jede Entscheidung auf die Handlung auswirken kann. Connor wird auf das Dach eines Hochhauses gerufen, wo ein Android seinen Besitzer getötet und ein Mädchen in seine Gewalt gebracht hat. Der Spieler inspiziert den Tatort, analysiert Spuren und verhandelt mit dem Kidnapper.

Am Ende können alle sterben oder alle am Leben bleiben – ein Game Over oder Sackgassen gibt es hier nicht. Häufig muss der Spieler in den Multiple-Choice-Dialogen über Leben oder Tod entscheiden oder blitzschnelle Entscheidungen fällen. Ein Story-Baum am Ende jedes Kapitels – das ist der eigentliche Clou – zeigt die Verzweigungen.

Game Over oder Sackgassen gibt es nicht – doch die Spieler müssen häufig blitzschnelle Entscheidungen über Leben oder Tod treffen. Quelle: Hersteller

Die Dramaturgie erinnert mehr an Netflix-Serien als an Computerspiele. Nicht zuletzt mit Schnitten und Kameraeinstellungen knüpft Entwickler David Cage (Quantic Dream) nahtlos an den cineastischen Stil der Vorgänger “Beyond: Two Souls“ und “Heavy Rain“ an.

Mehr als ein Spiel ist “Detroit“ ein erzählerisches Gesamtkunstwerk, das Fragen des Zusammenlebens mit künstlicher Intelligenz aufwirft. Sie zu beantworten, dürfte einen für Wochen beschäftigen.

Info: “Detroit: Become Human“ (Sony) ist für Playstation 4 erhältlich und kostet rund 70 Euro. Es ist ab 16 Jahren freigegeben.

Von Robert Nößler

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