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Kein Halten mehr beim Lach-Foxtrott

Robert Kreis in Lutterbek Kein Halten mehr beim Lach-Foxtrott

Sagenhafte 42 Jahre ist dieser Mann im Bühnengeschäft: Robert Kreis, in Indonesien geborener Entertainer, Musiker, Sänger und Schauspieler kennt sich auf den Brettern aus. Im voll besetzten Lutterbeker begeisterte er mit seinem Lied- und Humorprogramm aus den 1920er und 30er-Jahren das Publikum.

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Große Klasse ist, wie Robert Kreis wuchtig in die Tasten greift, die Charaktere des jeweiligen Stücks schön drastisch ausstellt und unterschiedlich stimmlich ausgestaltet.

Quelle: Björn Schaller

Lutterbek. „In der Bar zum Krokodil“ der Comedian Harmonists steht genauso auf dem Zettel wie das ernstere und von Kreis sehr ausdrucksstark präsentierte Lied „Koks“ aus dem Film „Ganovenehre“. Große Klasse ist, wie Robert Kreis die verschiedenen Couplets zum Leben erweckt. Wie er wuchtig in die Tasten greift, die Charaktere des jeweiligen Stücks schön drastisch ausstellt und unterschiedlich stimmlich ausgestaltet. Manch aktueller Bezug, den er herstellt, erscheint aber eher platt. Wenn er über Politiker etwa unisono vermerkt, er bekäme „Tinnitus auf den Augen – alles Pfeifen.“

 Anders als bei Max Raabe, der ein ähnliches künstlerisches Feld bestellt, schlüpft Kreis zwar in eine Bühnengestalt, die wie aus einem Panoptikum der damaligen Cabarets entsprungen wirkt, tritt aber auch immer wieder direkt an das Publikum heran, erzählt aus seinem eigenen Leben, etwa als Pianist auf einem Luxusliner. Das Publikum geht enthusiastisch mit, auch wenn der Humor mitunter etwas hausbacken wirkt. Als zur Zugabe nach Standing Ovations noch der „Lach-Foxtrott“ mit Zuschauerbeteiligung angestimmt wird, gibt es endgültig kein Halten mehr.

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