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Kultur Die Räuber mitten in Kiel
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21:30 23.03.2016
Von Konrad Bockemühl
Das Räuber-Quartett: (v.li.) Musiker Reimer Bustorff und Marcus Wiebusch, Regisseur Daniel Karasek, Dramaturg Jens Paulsen. Quelle: Marco Ehrhardt/Archiv
Kiel

Das in den vergangenen Jahren beliebte und stetig ausgeweitete „Public Viewing“ des Sommer-Theaterevents war Thema im jüngsten Kulturausschuss. Kulturreferent Rainer Pasternak stellte die Pläne der Verwaltung vor. Hintergrund war der Antrag der Rathaus-Kooperation, das Angebot für 2016 an allen bisherigen Standorten Bootshafen, Vinetaplatz, Heidenberger Teich und Blücherplatz „mit Hilfe weiterer Sponsoren sicherzustellen, ohne das hierfür bisher eingesetzte Volumen an Haushaltsmitteln auszudehnen.“ Eine Herausforderung mit Blick auf die Finanzen wie auf den wegen der späten Ferien von Mitte August auf Anfang Juli vorgezogenen Premierentermin.

 Weil die Schauspielpremiere traditionell auf einen Freitag und nicht wie bei der Sommeroper auf einen Sonnabend fällt, wird der Blücherplatz als Spielort in diesem Sommer wegfallen. Die Geschäftsleute vermissen, so Pasternak, den Freiraum nach Ladenschluss, zudem befürchten sie Probleme mit auf dem Platz parkenden Autos. Der Bootshafen als bereits bestens eingeführter und frequentierter Spielort wird in diesem Sommer ebenfalls aufgegeben – bisher war die Übertragung in den Bootshafensommer eingebettet, der in seiner achten Auflage aber erst am 22. Juli beginnt. Deshalb, kündigte Pasternak an, werde diesmal eine große Leinwand auf dem Rathausplatz aufgebaut, wo es reichlich Platz auch für Bierzeltgarnituren gibt, die dann gerne wieder mit weißen Tischdecken aufgewertet werden könnten.

 Die über 5000 Zuschauer, die der Blücherplatz fasst, seien hier allemal unterzubringen, sagte der Kulturreferent. Er fand mit seinen Vorstellungen das Wohlwollen der Ausschussmitglieder und kann damit weiterplanen. Noch laufen einige Ausschreibungen. Die Fußball-Europameisterschaft erleichtere es zudem nicht, große Leinwände zu buchen. Pasternak geht aktuell von Kosten zwischen 50- und 60000 Euro aus. Derzeit gebe es noch eine Finanzierungslücke von 5000 bis 7000 Euro. Die Hoffnung, neue Sponsoren jenseits der Unterstützer des Theaters zu gewinnen, habe sich nicht erfüllt. Wohl aber konnte man Restmittel aus der Kulturverwaltung und vom Theater zusammenkratzen, um die Übertragung zu sichern. Von großem Wert sei auch die „organisatorische Kraft“, die Kiel-Marketing für den Rathausplatz und die ehrenamtlichen Helfer der Stadtteilbüros für Gaarden und Mettenhof beisteuern.

 Bei der „Nabucco“-Übertragung im vergangenen Jahr beliefen sich die Gesamtausgaben für die Technik auf rund 73000 Euro. Ohne ehrenamtliches Engagement, so heißt es in der Berechnung der Verwaltung, lägen diese Kosten erheblich höher. Auf der anderen Seite hätten über 11000 Opernfreunde die Premiere jenseits des Rathausplatzes erleben können: Der Blücherplatz war mit rund 5000 Besuchern „dicht“, rund 3500 wurden am Bootshafen gezählt, 1600 auf dem Vinetaplatz und rund 1200 bei der Premiere am Heidenberger Teich. Diese eindrucksvolle Breitenwirkung rechtfertige die Übertragungskosten. Und an einem Publikumserfolg auch bei Schillers Erstlingswerk um Freiheit und Rebellion, Hass und Liebe in Verbindung mit dem beliebten Hamburger Kettcar-Sound gibt es kaum Zweifel.

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