Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kultur Der Freitag war einer zum Zelten
Nachrichten Kultur Der Freitag war einer zum Zelten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:16 04.11.2017
Von Thomas Bunjes
Gang of Four live auf dem Rolling Stone Weekender. Quelle: Manuel Weber
Wangels

Birth of Joy gingen am frühen Abend noch konkurrenzlos ins Rennen, weil die übrigen Bühnen da noch blank blieben. So konnte das noch nicht wirklich namhafte Rock-Trio aus den Niederlanden auf eine ansehnliche Menge blicken. Mit ihrem Sixties-Hardrock, verjüngt durch Grunge und Stoner Rock, und einem meist hochtourigen Set waren Birth of Joy als Opening-Act eine gute Wahl und kickten die Menge gründlich.

Retro ging es weiter mit Lee Fields & The Expressions. Der US-Soul-Sänger, Jahrgang 1951, hat sich seinen Spitznamen „Little JB“ nicht von ungefähr eingehandelt. Fields erinnert nicht nur in Stimme und Phrasierung dem stilbildenden James Brown, auch sein energiegeladenes, emotionales Bühnengebaren erinnert an den „Godfather of Soul“. Eine gut geschmiert groovende Combo samt Bläsern im Rücken, feierte Fields mit der Menge eine hitzige Soul-Part, zog in schillernden Pailletten-Jacketts alle Register vom warmen Deep Soul bis zum glühenden Funk.

Mit gut halbstündiger Verspätung starteten dann Gang of Four. Der sich wie Kaugummi ziehende Soundcheck stellte die Geduld des durch ansonsten pünktliche Auftritte verwöhnten Publikums auf eine harte Probe, und so wurden die Punk-Funk-Veteranen aus Leeds mit vereinzelten Pfiffen und Buh-Rufen empfangen. Doch Gang of Four, schon vor zwei Jahren beim RSW aktiv, wetzten die Scharte mit einem energiegeladenen Set aus, das auch mit Klassikern aus den frühen 80ern wie „To Hell With Poverty“ oder „I Love A Man In A Uniform“ punktete und das Publikum schnell versöhnte.

Auch Glen Hansard ist ein RSW-Wiederholungstäter, und wie schon 2013 geriet das Konzert des irischen Sängers und Gitarristen zum Finale des ersten Festivaltags zu einer Sternstunde. Rock, Americana uns Soul gingen bläsergetrieben eine blendend schöne Verbindung ein, und Hansard sang sich schlicht die Seele aus dem Leib. Pure Musikalität brachten er und seine fantastische Band anderthalb Stunden lang auf die Bühne und hinterließen ein rundum beseeltes Publikum, das noch geraume Zeit, aber vergeblich, nach Zugaben rief.

Hier sehen Sie Bilder vom Rolling Stone Weekender 2017.
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kultur Blitz-Kritik: HGich.T - Die Party-Therapie

Party? Therapie? Oder einfach nur durchgeknallter Trash? Was auch immer es für die vielen Besucher der Pumpe war; die Show des Hamburger Goa-Trance-Partykollektivs HGich.T war auf und vor der Bühne ein guter Spaß und Tanz im Neonlicht.

Kai-Peter Boysen 04.11.2017

Nach zweieinhalb Jahren trat die Chemnitzer Band Kraftklub wieder in Leipzigs Arena auf. Bei ihrem letzten Gastspiel dort hatte im angrenzenden Waldstraßenviertel die Erde gebebt. Auch diesmal gerieten Anwohner wegen wackelnder Wände in Sorge.

04.11.2017
Kultur Alligatoah im Schloss - Drunten und droben im Pop-Kanal

Der „Schauspiel-Rapper“ Alligatoah ging zusammen mit Hammond-Orgel-Spieler Sebel auf seiner „Akkordarbeit 2017“-Tour im ausverkauften Schloss buchstäblich in den Underground. Als Kanalarbeiter im Blaumann präsentieren sich die beiden. Und da fließt wieder jede Menge „Scheiße“.

Jörg Meyer 04.11.2017