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Kultur Drängende Suche nach Interimsspielstätte
Nachrichten Kultur Drängende Suche nach Interimsspielstätte
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11:03 11.10.2018
Von Konrad Bockemühl
Akustiksegel könnten im renovierten Saal das gegenseitige Hören der Musiker auf der Bühne verbessern. Quelle: MARTIN KUNZE,Hamburg
Kiel

Geplant ist eine bauliche Runderneuerung des vorhandenen, gut 53 Jahre alten Saales mit kleinen Veränderungen in Akustik und Foyergestaltung: So schlecht der Zustand des Saales mittlerweile ist, so sehr wird er andererseits für seine durchdachte Architektur und die gegenüber der coolen Elbphilharmonie räumliche Intimität mit ihrer warmen Akustik geschätzt. Doch bis zum Neustart ist es noch ein weiter Weg.

Video vom Benefizkonzert

Benefizkonzert Kiel goes Elphi

Das gestrige Benefizkonzert in der Elbphilharmonie zugunsten der Kieler Konzertsaal-Sanierung war ein wahres Freudenfest. Den Nachbericht findet Ihr hier: http://www.kn-online.de/Nachrichten/Kultur/Ovationen-fuer-das-Kiel-goes-Elphi-Konzert-der-Philharmoniker

Gepostet von Kieler Nachrichten Kultur am Donnerstag, 11. Oktober 2018

Vereinbarungen mit den bisherigen Eigentümern

Immerhin scheinen die Voraussetzungen endlich erfüllt. Es gibt feste Vereinbarungen der Stadt Kiel mit dem Land und den bisherigen Eigentümern Klaus Peter Marschall und Margrit Howe-Neuy, die das gesamte Schloss 2003 vom Land übernommen hatten. Und es gibt die Absicht, den Kaufvertrag, im Gespräch ist eine Summe von gut 4,1 Millionen Euro für das gesamte Schlossareal, im November zu unterschrieben zu haben.

2100 Besucher aus der Schleswig-Holsteinischen Landeshauptstadt haben am 10. Oktober 2018 das Benefiz-Gastspiel der Kieler Philharmoniker in der Elbphilharmonie besucht.

Erlös fließt zum Teil in Forschungsstiftung

Oberbürgermeister Kämpfer will die Gelegenheit nutzen: Sowohl Marschall als auch seine Co-Eigentümerin aus Wiesbaden waren Gäste des Benefizkonzertes. Margrit Howe-Neuy will, so hat sie bereits angekündigt, ihren Anteil ihrer Stiftung zur Förderung wissenschaftlicher Forschung insbesondere im Bereich der Leukämie zuführen.

Ab 2019 wieder Eigentum der öffentlichen Hand?

Zum 1. Januar 2019 könnte sich das Kieler Schloss nach einem 16-jährigen Interim wieder in öffentlicher Hand befinden. Nachdem Verhandlungen über einen privaten Eigentümerwechsel gescheitert waren, hatte OB Kämpfer das Rats-Mandat, die große Lösung zu verhandeln, um so freie Hand für ein schlüssiges Nutzungskonzept, etwa in Richtung Kultur- und Kongresszentrum zu haben.

Wunsch nach schneller Planung

Neben Investitionen in unabdingbare Brandschutzmaßnahmen, nach einigen Begehungen auf rund 600000 Euro berechnet, will Kämpfer den Fokus zunächst jedoch ganz auf den Konzertsaal richten: Jetzt soll schnell geplant werden, 18 Monate sind dafür im Gespräch, dann schnell um-gebaut werden, damit möglichst in vier Jahren der Konzertsaal wieder fit ist.

Weiterbetrieb möglichst bis Baubeginn

Bis konkret gebaut wird, möchte Kämpfer den Saal über einen Geschäftsbesorgungsvertrag mit dem bisherigen Betreiber Kiel Concerts „unbedingt offenhalten“. Danach würde der Betrieb ausgeschrieben. Insgesamt soll das Kieler Schloss als städtischer Eigenbetrieb mit gesonderter Bilanzierung geführt werden.

Steuerlich absetzbare Spenden von privat

Bis dahin gilt es nicht nur, das Geld für die Sanierung zusammen zu bekommen und auf breiter Ebene private Geldgeber zu mobilisieren. Es werde derzeit sichergestellt, dass Spenden an den Fördervereins für den Erhalt und die Sanierung des Konzertsaales im Schloss steuerlich abzugsfähig sind.

Mindestens vier Millionen Euro von privat erhofft

Auf „vier Millionen plus“ setzte der Oberbürgermeister den privaten Anteil an dem 25 Millionen plus-Vorhaben an. Das ist ein hohes Ziel, das ohne Großspenden wie die der Sparkasse oder etwa weitere, ähnlich einträgliche Benefizkonzerte kaum erreichbar scheint – und sollte doch möglich sein, wenn selbst Bochum für seinen Konzertsaal sechs Millionen Euro private Gelder beschaffen konnte, meint Kämpfer.

Übergangszeit während der Sanierung

Er hat schon ein weiteres, sicher nicht kostenneutrales Problem vor Augen: Die Übergangszeit während der Sanierung. Konkrete Pläne für eine Interimsspielstätte, die das Kieler Konzertpublikum bei der Stange hält, gibt es bislang nicht.

Temporärer Modulbau als optimale Zwischenlösung?

Es ist kein Geheimnis, dass Theaterleute eine neu zu errichtende feste Ausweichspielstätte bevorzugen, die nach der Sanierung abgebaut und weiterveräußert werden könnte – ein temporärer (hölzerner) Modulbau, wie man ihn etwa aus Genf kennt. Kiels Verwaltungschef ist da auch angesichts der Kosten eher skeptisch, hat für die Konzerte eher Orte wie Opernhaus, Petruskirche, Audimax oder Halle 400 im Blick – aber auch vorhandene Hallen im nördlichen Stadtgebiet im Hinterkopf, in die man womöglich einen Konzertsaal günstig „hineinversetzen“ könnte.

Konzertpublikum pflegen und halten

Ist der Kauf erst beurkundet, wird dieses Thema in den Vordergrund rücken. Es geht schließlich darum, jenes Konzertpublikum zu halten, für das man den Saal aufmöbelt.

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