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Kultur Schätze sammeln, bevor der Vulkan ausbricht
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11:26 21.04.2018
Ein Familienspiel im allerbesten Sinne: “Memoarrr!“ begeistert mit einem eingängigen Spielprinzip und niedlichen Illustrationen. Quelle: Pegasus
Leipzig

Immer wieder poppen Spiele auf, die in der Szene in aller Munde sind. Neben dem an dieser Stelle bereits vorgestellten (und wegen der Nachfrage lange vergriffenen) “Azul“ ist das “Memoarrr!“. Was insofern verwundert, als es sich letztlich um eine kompakte “Memory“-Variante in kleiner Schachtel handelt – aber was für eine!

Fünfmal fünf Karten, “Orte“ genannt, liegen verdeckt in der Tischmitte, ganz mittig ein Stapel mit Schatz- und darauf Vulkankarten. Man befindet sich nämlich als Pirat auf Schatzjagd auf einer Insel mit eher unglücklichen geologischen Bedingungen. Da heißt es Schätze sammeln, bevor der Vulkan hochgeht. So weit die Hintergrundgeschichte, die dem abstrakten Geschehen einen Rahmen gibt.

Blumenwiese nach Blumenwiese

Die verdeckten Karten zeigen auf ihrer Rückseite ein Tier vor Landschaft. Fünf Tierarten gibt es, fünf Landschaften und eine entsprechende Zahl an Kombinationen. Drei Karten – und zwar die direkt vor ihm liegenden – darf sich jeder Spieler zu Beginn einer Partie anschauen und sollte sie sich einprägen.

Fortan muss man jedes Mal, wenn man dran ist, einen Ort aufdecken: einen, bei dem Tier oder Landschaft identisch sind mit der zuvor aufgedeckten Ortskarte, also Krabbe nach Krabbe oder Blumenwiese nach Blumenwiese. Schafft man das nicht, bekommt man eine Vulkankarte und ist für diese Runde raus.

Wer als Letzter übrig bleibt, bekommt einen Schatz. Nach sieben Runden wird dessen Wert gezählt. Und in jeder einzelnen Runde lernt man mehr über die Gesamtauslage. Man sollte sie sich bloß auch einprägen können.

Für Fortgeschrittene gibt es Sonderregeln

So weit die Einsteigerversion, die gerade Erwachsene schon gehörig fordert – Kinder haben erfahrungsgemäß ja ein viel besseres Gedächtnis: Für Fortgeschrittene bekommen die aufgedeckten Tiere Sonderregeln. Das ist schon unglücklich, wenn der Oktopus Karten miteinander vertauschen kann. Und gemein, wenn man sich nur an die Krabbe erinnern kann. Dann ist man kurzzeitig weiter im Spiel, muss aber gleich noch einen Zug machen.

Das gute alte “Memory“ sieht hier ganz schön jung aus, nicht zuletzt wegen der niedlichen Illustrationen. “Memoarrr!“ erfreut mit seinem eingängigen Spielprinzip Jung und Alt, es ist ein Familienspiel im allerbesten Sinn.

Richtig fies wird es, übrigens, wenn man – was, weil’s so schön ist, oft genug passiert – “Memoarrr!“ nicht einmal, sondern mehrfach hintereinander spielt: Dann vermischen sich im Gedächtnis aktuelle und vorherige Partien, und alles geht durcheinander. Und man denkt nur: “Memo ... Arrrgh“.

Info: Carlo Bortolini: “Memoarrr!“. Edition Spielwiese/Pegasus, für zwei bis vier Spieler ab acht Jahren, etwa 10 Euro.

Von Stefan Gohlisch

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