Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Kultur Schauspielerin Uta Stammer gestorben
Nachrichten Kultur Schauspielerin Uta Stammer gestorben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:46 26.06.2018
Uta Stammer war Schauspielerin am Ohnsorg-Theater. Quelle: gbr (Archiv)
Anzeige
Hamburg/Flensburg

Schauspielerin Uta Stammer, mehr als drei Jahrzehnte lang am Hamburger Ohnsorg-Theater auf der Bühne, ist tot. Nach kurzer schwerer Krankheit sei sie am 22. Juni 2018 im Alter von 69 Jahren gestorben, teilte das Theater am Dienstag mit. 36 Jahre lang war die Plattdeutsch-Bühne in der Hansestadt künstlerische Heimat der gebürtigen Flensburgerin.

Mehr als 80 Rollen nahm sie dort in Komödien, Schwänken, Schauspielen und Dramen wahr. „Sie war eine Vollblutschauspielerin, die mit ihrer starken Bühnenpräsenz und ihrer unverwechselbaren Stimme alle Genres gleichermaßen perfekt beherrschte“, betonte Ohnsorg-Intendant Michael Lang.

Uta Stammer spielte mit Heidi Kabel

Nach ersten Theaterjahren in ihrer Heimatstadt Flensburg kam Stammer in der Spielzeit 1982/83 an das Traditionshaus in Hamburg. In ihrem ersten Stück „Gode Nacht, Fro Engel“ spielte sie an der Seite von Ohnsorg-Legende Heidi Kabel (1914-2010).

Ihre letzte Rolle war die der Maude in „Harold un Maude“ bis Anfang Februar dieses Jahres im Ohnsorg-Studio. Mit ihrer „großartigen und tief berührenden Darstellung“ habe sie das Publikum begeistert. „Alle Vorstellungen waren restlos ausverkauft.“

Uta Stammer war Mutter Courage

Unvergessen bleibe Uta Stammer etwa als Mutter Courage in Bertolt Brechts gleichnamigem Stück, hieß es. Für ihren Part als Karoline Kleinschmidt in „Noch eenmal verleevt“ erhielt sie 2013 den Rolf-Mares-Preis. Manch Fernsehzuschauer könnte sich an sie als Nachbarin Trude Wrangel in der Serie „Die Ohnsorgs“ aus den 1990er Jahren erinnern. In den vergangenen Jahren sei die Schauspielerin eigentlich Rentnerin gewesen, habe aber weiterhin Theater gespielt.

„Das Ohnsorg-Theater trauert um eine menschlich wie künstlerisch bewundernswerte Kollegin, die die norddeutsche Theaterlandschaft über viele Jahre eindrucksvoll bereichert hat“, betonte Intendant Lang in der Mitteilung. „Wir verneigen uns vor Uta Stammer und nehmen Abschied mit ihrem Lieblingssatz aus Harold un Maude: „Fründlichkeit is dat, wat de Welt bitter nödig hett.““

Von dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Plötzlich ohne Intendant. Die „Peer Gynt“-Inszenierung, die am 6. Juli die Bad Hersfelder Festspiele eröffnet, geriet nach dem Rücktritt von Dieter Wedel zum Wettlauf mit der Zeit. Jörg Gollasch, der musikalische Leiter, erzählt, wie die Inszenierung und seine Theatermusik entstand und schwärmt vom Theaterort Stiftsruine: „Das ist wie der Kölner Dom ohne Dach“.

25.06.2018

Die Neuauflage eines Folkpunk-Klassikers voller ungestümer Alternativversionen, leise Songwriter-Traurigkeit, die auf R&B-Hochglanzpolitur trifft, und ein psychedelischer Trip zwischen Sixties-Tagträumen und Tuareg-Gitarren: die Albumtipps von Karsten Röhrbein.

25.06.2018

Ein bestens aufgelegter Michael Schulte sorgte mit Band für ein würdiges Finale der Kieler (Konzert) Woche auf der RSH-Bühne an der Hörn. Mit lockeren Sprüchen und wärmenden, scheinbar mühelos geknüpften Gesangslinien s chuf der ESC-Vierte mit Popsongs und Balladen magische Momente.

Kai-Peter Boysen 25.06.2018
Anzeige