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Kultur In vier Etappen zum runden Ganzen
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19:09 13.06.2018
Von Sabine Tholund
Anhand der Kleidung definieren sich zentrale Figuren an wechselnden Stationen: Hier gerät Rudolf mit seiner Lebensgefährtin aneinander (Ninive Schneider, li., Hannah Malyga). Quelle: Björn Schaller
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Kiel

In Kleingruppen unterteilt, wandert das Publikum in unterschiedlicher Reihenfolge von einer „Haltestelle“ zur nächsten und nach rund 80 Minuten ist alles vorbei. Unverhofft kühl war es am Dienstag zur Premiere an den Außenstationen, doch die zwölf Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren heizten dem Publikum mit ihrem intensiven Spiel ein. 

Lebenszeit im Sauseschritt

Im Kern geht es um den Obsthändler Rudolf, der geträumt hat, dass im seine Lebenszeit im Sauseschritt davonläuft. An jeder Station verkörpert ein anderer Darsteller die Rolle des Protagonisten. Ein paar Kisten, die sich zu Möbeln oder Schranken türmen lassen,  sind die einzigen Requisiten der jungen Darsteller, die durch schnelle Kostümwechsel in verschiedene Rollen schlüpfen. Da ist die fremde  junge Frau, in die Rudolf sich blitzartig verliebt, und seine Lebensgefährtin, die ihn deshalb aus der Wohnung wirft. Oder es sind die Müllmänner, die einen silbernen Löffel finden, der 1945 kurz vor Kriegsende von seinem Besitzer versteckt wurde – als Erbstück für seine Enkelin. Und da ist eine junge Frau, die von einem entlaufenen Hund gebissen wird, der sich wiederum in einen Wolf verwandelt hat.

Wenn die Zeit sich auflöst

Zeitebenen verschränken sich, manchmal bleibt die Zeit auch stehen oder löst sich auf wie die Realität selbst. Anhand ihrer Kleidung definieren sich die zentralen Figuren –  anderenfalls könnte man leicht den Faden verlieren bei dieser magischen Reise, deren Etappen sich am Ende wie durch ein Wunder zu einem Ganzen runden.       

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Sabine Tholund 13.06.2018
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