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Kultur Schwangere Opernsängerin verliert ihre Rolle
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16:27 23.04.2018
Die französische Opernsängerin Julie Fuchs Quelle: Ugo Ponte
Hamburg

Die Staatsoper in Hamburg hat der französischen Sopranistin Julie Fuchs für die Wiederaufnahme von Mozarts „Zauberflöte“ im Mai abgesagt. Wie die Sängerin auf Facebook mitteilte, informierte die Oper sie vergangene Woche darüber, dass sie nicht wie geplant Teil der Produktion sein wird.

Grund für die Absage ist laut Fuchs ihre Schwangerschaft. Einen Monat vor Beginn der Vorstellungen teilte die Sängerin die Neuigkeit mit den Direktoren. Weil die Inszenierung Zauberflöte jedoch einige riskante und fordernde Elemente wie Flugszenen enthält, sieht die Oper von einer Besetzung ab. Das teilte das Haus in einer Stellungnahme und über Twitter mit.

Julie Fuchs, die derzeit im vierten Monat schwanger ist, kann die Entscheidung nicht nachvollziehen: „Wie ihr euch vorstellen könnt, bin ich sehr enttäuscht, denn ich fühle mich stimmlich und körperlich in Topform. Ich will meinen Vertrag erfüllen, wie es geplant und vorab verkündet wurde“, schrieb die Sängerin in einem Facebook-Post.

Today, I have an unexpected announcement to make: The Staatsoper Hamburg has unfortunately informed me just this week...

Gepostet von Julie Fuchs am Freitag, 20. April 2018

Die Oper hingegen will die Gesundheit der Sopranistin und ihres Babys nicht gefährden, hieß es. „Die Rechtslage zum Schutz der werdenden Mutter ist eindeutig und wir gehen in keinem Fall ein gesundheitsgefährdendes Risiko ein, wenn auch nur im Ansatz riskante szenische Aktionen auf der Bühne stattfinden könnten“, ließ der Betriebsdirektor Tillmann Wiegand verlauten.

Auch nach eingehender Prüfung habe man beschlossen, dass eine Änderung des Stücks nicht möglich sei, da sonst der Kern der Inszenierung von Regisseurin Jette Steckel nicht erhalten bleibe.

Julie Fuchs bedauerte, dass keine gemeinsame Lösung gefunden werden konnte. „Ich habe es mir sehr gewünscht, dass wir uns auf kleinen Produktionsänderungen einigen können, um mein Auftreten zu ermöglichen.“

Für ihren Facebook-Post erhielt die Sopranistin viel Zuspruch. Werdende Mütter schilderten zudem ihre Erfahrungen. „Ich weiß, dass schwangere Frauen nach wie vor Schwierigkeiten am Arbeitsplatz haben, aber ich war erstaunt, wie viele Nachrichten ich von Frauen erhalten habe, die mir von ähnliche Vorfällen berichteten“, hieß es in einer Pressemitteilung der Sängerin.

Von RND/mkr

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