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Kultur So war das Betontod-Konzert
Nachrichten Kultur So war das Betontod-Konzert
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08:27 17.03.2019
Von Thorben Bull
650 Gäste feierten mit Betontod im Max Nachttheater. Quelle: Michael Kaniecki
Kiel

Der erste Eindruck

Die Markenzeichen der Band, rockig-harte Strophen und aufgebauschte Refrains samt „Oh-Oh“-Chören, waren bereits beim Opener „Zusammen“ wesentlich. Ebenfalls auffällig: Betontod schafften es mit simplen Texten und Songstrukturen anzustecken. Textzeilen wie „Ohne dich wäre mein Leben ganz schön scheiße“ vom dritten Song „Küss Mich“ ließen keinen Raum für Interpretationen. Lieber einmal gerade heraus, als dreimal kompliziert.

Die Musik

Mal stampfend, wenn Schlagzeuger Maik Feldmann seine Bass Drum in Double Time malträtierte, mal mit aufhellenden Slide-Gitarren oder auch dröhnend im Gesamtkonstrukt. Der Bierdosenpunk des Quintetts wusste den Bogen zwischen hart-kantigen Melodien und den zuweilen melancholisch anmutenden Refrains zu spannen, die fast alle von der feierwütigen Meute im Chor mitgesungen wurden.

Das Publikum…

…ließ sich nur allzu gerne von Sänger Oliver Meister und Gitarrist Frank Vohwinkel anstacheln „zu springen und den Saal abzureißen.“ Außerdem herrschte durchgehend Hochkonjunktur an den Bars. Kein Wunder, denn insbesondere zum Trinksong „Glück Auf“ und zur „Früher-War-Alles-Besser“-Sehnsuchtshymne „Ich nehme dich mit“ stieg das Verlangen die Kehlen zu befeuchten.

Was in Erinnerung bleibt

Getränke, Küsse und schweißnasse Handtücher auf der Bühne, Armeschwenken, Fahnen und die Damen auf den Schultern ihrer Begleiter im Publikum – bei nahezu jedem Song war etwas anderes los. Sonderapplaus gab es für die Ansage, die auf keinem waschechten Punkkonzert fehlen darf: „Kein Bock auf Nazis!“

Fazit

Betontod setzten auf Punk-Pathos und beschworen unaufhörlich das Zusammengehörigkeitsgefühl. Zudem ließen sie keine Punk-Klischees außer Acht. Etwa, wenn Meister und Vohwinkel Tonmeister „Ratte“ und Lichtmann „Krätze“ dankten. Letzterer ist laut Vohwinkel „ganz stark am Glas.“ Dass sie den Punk auch nach fast 30 Jahren Bandgeschichte immer noch intensiv ausleben ist Betontod getrost abzukaufen.

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