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Kultur Wie man im Team komponiert
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18:00 21.03.2014
Von Ruth Bender
Von Rosenstolz zu „Romeo und Julia“: Ulf Leo Sommer, Peter Plate und Daniel Faust schreiben dazu die Musik. Quelle: Nils Krüger
Kiel

Der Musiker, bis zur Trennung 2012 eine Bühnenhälfte des Deutschpop-Duos Rosenstolz, wird mit Ulf Leo Sommer und Daniel Faust den „Soundtrack“ zum Sommertheater an der Salzhalle auf dem Kieler Ostufer (16. bis 31. August) schreiben. „Viel Emotion“ schwebt den beiden vor, die seit 20 Jahren zusammen arbeiten und lange auch zusammen lebten: „Wir gehen den Dramenstoff über das Gefühl an.“ Frisch und jung soll die Musik klingen. Pop, Rock, Chanson und Elektro – im Moment passt ihnen das noch alles in den Kram. „Romeo und Julia, das ist die ultimative Liebesgeschichte“, sagt Sommer, der in grauer Vorzeit selbst Schauspieler war. „Und das Tolle ist ja, dass die Protagonisten so jung sind. Die erste große Liebe, das sind naive Gefühle. Und wie sich das anfühlt – das soll man hören.“

Auf alte Rosenstolz-Hits zurückzugreifen, kann sich Peter Plate dabei nicht vorstellen. „Wir wollen alles neu machen. Das kribbelt mehr“, sagt der 46-Jährige mit Blick auf die Kieler Hauptdarsteller: „In Maxines Stimme sind wir völlig verliebt; sie lässt der Fantasie Flügel wachsen.“ Vor zwei Jahren haben die Musiker das erste Mal mit ihr gearbeitet, mittlerweile haben sie auch Kiels Romeo, Frederik Götz, kennen gelernt: „Wir haben jetzt die Stimmlage der beiden im Ohr – und es ist schön, dafür gezielt zu schreiben.“

Wie geht das überhaupt, zu zweit oder dritt einen Song schreiben oder gleich einen ganzen Abend vertonen? „Fürchterlich“, seufzt Peter Plate gespielt theatralisch, „Ulf und ich tun das seit über 20 Jahren – und es passiert immer noch, dass einer rausrennt und schmollt.“ Meistens sitzt Plate am Klavier, probiert und singt und Sommer fällt ein. „Das ist immer so ein Battle zwischen uns“, sagt er, „ bis wir am Ende eine Melodie haben. Wichtig ist am Ende nur, dass wir sie beide gut finden.“ Erst dann geht es an den Text.

Seit 2006 ist Daniel Faust mit im Team und als klassisch geschulter Musiker für Noten und Harmonien zuständig. „Wir sind daneben ja eher die Popschweine ...“, sagt Plate. Mit Faust entstanden auch die Filmmusiken zum neuen Film von Marco Kreuzpaintner, der noch in der Produktion ist, und zu Detlev Bucks Jugendfilm Bibi & Tina, der gerade im Kino läuft. „Wir hatten eine tolle Zeit mit dem Buck-Team“, sagt Plate, „Buck hasst Musical, und ich fand die üblichen Kinderlieder ja schon als Kind nicht so toll. Da wollten wir einfach was dagegen setzen.“

Anders sein, etwas dagegen setzen, das wollen sie auch in Kiel bei Romeo und Julia: „In Deutschland sind Musicals oft so bieder“, mosert Plate. „Aus diesem Korsett wollen wir ausbrechen. Uns hat gefallen, wie Daniel Karasek da rangehen möchte. Und natürlich, dass eine Live-Band dabei ist. Wir haben das Gefühl, dass wir in Kiel auch ein bisschen mutig sein können.“

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