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Kultur Kriegsschauplatz Loft
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16:08 15.09.2018
Von Ruth Bender
Verloren in widersprüchlichen Gefühlslagen: George (Oliver E. Schönfeld) und Martha (Agnes Richter) eingerahmt von Nick (Marius Borghoff) und Süße (Claudia Friebel).  Quelle: Olaf Struck
Kiel

Die Party ist eigentlich schon vorbei, aber der Brandy fließt weiter im Loft von Martha und George, dem einander ewig im Clinch verbundenen Paar. Als Publikum für die gegenseitigen Demütigungen hat Martha zu später Stunde noch ein junges Paar eingeladen. Und als Nick und seine Süße eintreffen, kann die Schlacht beginnen.

Regisseur Siegfried Bühr hat das Dauerfeuer der Wortgefechte elegant und mit Gefühl fürs Timing in Szene gesetzt. Und Agnes Richter und Oliver E. Schönfeld glänzen als altgedientes Ehepaar, dass sich hassliebend zerfleischt. Ungebremst lässt Richter Martha von der überspannten Diva in den Kater nach der Schlacht und zurück rauschen. Manchmal etwas überdeutlich, aber gleichzeitig zarter und verletzlicher, als sie im Text erscheint. Der bärige George kommt ihr gerade recht, und wie Oliver E. Schönfeld diesen unterschätzten Typen mit ramponiertem Charme und lauernder Wut versieht, ist absolut sehenswert. 

Sie taxieren sich wie Stiere in der Arena, umtänzeln sich wie Boxer im Ring - und stets bleibt das Doppeldeutige der Beziehung sichtbar: Martha und George, das sind immer Gegenspieler und Verbündete zugleich.

Nick und Süße sitzen daneben erstmal so ungemütlich auf dem Sofarand wie ertappte Pennäler. Aber Marius Borghoff und vor allem Claudia Friebel gelingt es, dem naiv arroganten Spiegelpaar zu zwei spannenden Solitären zu machen. Er der geschlechkte, dem eigenen Fortkommen verpflichtete Arroganzling, sie eine Zerrissene mit flackerndem Blick.

Verlorene sind sie hier ohnehin alle, und Siegfried Bühr legt akribisch die gemischten Gefühlslagen zwischen Liebe und Hass bloß. Langer Applaus! 

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