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Kultur Streitbare Feministin im Literaturhaus
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16:34 11.03.2018
Von Ruth Bender
In Kiel wollte sich Laurie Penny nicht fotografieren lassen. Hier in Edinburgh waren die Haare noch länger. Quelle: Guillem Lopez/dpa
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Kiel

Und es geht gleich ans Eingemachte mit einem Ausschnitt aus Pennys Erzählung „Babys machen“, die im gleichnamigen Erzählband bei Nautilus auch auf Deutsch vorliegt. Da erzählt sie vom ganz normalen Familienalltag mit Kind - bis sich herausstellt, dass das Baby hier zwar auch sehr „selbstgemacht“ ist - aber nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus Silikon, Drähten und Fiberglas.

Ein köstlich schwarzhumoriges Familienmodell, das Laurie Penny da in bester SciFi-Tradition und das ihre Haltung unmittelbar auf den Punkt bringt. „Ich mag die Idee des Schwangerseins nicht“, sagt sie. Neun Monate Ausnahmezustand, Blut und Schmerzen - kein erstrebenswerter Zustand für Laurie Penny, die das Modell der Frau als Reproduktionsanstalt ins gesellschaftliche Ganze einordnet: „Kinderkriegen und Kindererziehung sind kein Privatvergnügen, sondern ein gesellschaftlicher Beitrag.“ Nicht umsonst, erinnert sie, sei das englische Wort für die Wehen und Geburt „Labour“.

Im lebhaften Gespräch mit der Berliner Autorin und Übersetzerin Sabine Kray, die ihr Gegenüber mit bewundernswerter Gedankenschärfe übersetzt und konzentriert, geht es um die Frage, in welcher Form der weibliche Körper die Lebensrealität als Frau bestimmt. Darum, wie der Staat in Anlehnung an Marx auch die „Mittel der Reproduktion“ bestimmt.

Den Älteren im Publikum mochte so einiges von Pennys und Krays streitbaren Gedanken sattsam bekannt vorkommen, und vielleicht war die erstaunlichste Botschaft des Abends, wie viel und gleichzeitig wenig sich in den vergangenen 40 Jahren in Sachen weiblicher Emanzipation getan hat. 

Konkrete Handlungsanweisungen hat die 31-Jährige aber nicht parat. „Aus gutem Grund bin ich keine Politikerin“, sagt sie, „aber eine verbindliche Quote von 50 Prozent Frauen in der Politik, und zwar sofort, das wäre ein Anfang.“

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