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Kultur Düstere Behandlungsmethoden
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12:59 26.10.2018
Von Beate Jänicke
Christian Kock, Laura Giza, Patricia Moresmau in "Der Therapeut" im Sechseckbau in Kiel. Quelle: Björn Schaller
Kiel

Gleich zu Beginn wird es blutig. Gregory Howards (Christian Kock), New Yorker Psychiater, wird von einer Kollegin, der verzweifelten Sarah Brent (Christina Ahner) in den Hals geschossen. Bevor sie sich selbst das Leben nimmt. War Eifersucht im Spiel? Der Mann ist sowieso schon gebeutelt: Kam doch erst kürzlich seine Frau unter höchst mysteriösen Umständen ums Leben.

Kaum wieder genesen, zieht Psychiater Howards zur hilfsbereiten Freundin Nathalie (Laura Giza) aufs Land. Doch auch dort häufen sich bald die Probleme. Vor allem in Gestalt der provokanten Thereza (Patricia Moresmau), einer neuen Patientin.

Thriller mit selbstironischen Musical-Einlagen

Eine echte Räuberpistole hat Christian Kock da ersonnen, die das durchweg gut aufgelegte Ensemble über die Bühne schnurren lässt. Mit viel Spielfreude jonglieren die Darsteller mit den Genre- und Geschlechter-Klischees. Dialogische Seitenhiebe liefern Lacher, wenn etwa der Therapeut ausgerechnet im Bett der toten Mutter seiner Gastgeberin nächtigen muss und dabei – was sonst? - Freud liest.

Besonders gelungen sind die Träume, die Howards nächstens hat und in denen er als Gesangsstar, von lasziven Background-Sängerinnen umgeben, den alten Eurythmics-Kracher "Sweet Dreams" singt. Auch "Mr. Sandman" kommt noch zu Besuch. Die Musikpassagen zelebriert die Truppe mit viel Selbstironie und musikalisch gut gelungen. Das Publikum im voll besetzten Haus spendete viel Applaus für das düster-humorige Stück.

Weitere Vorstellungen: 26., 27., 29. und 31. Oktober 2018, 20 Uhr, Sechseckbau (Ick-Punkt), Westring 385, Kiel.

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