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Kultur Lesestoff: Die besten Fußballbücher
Nachrichten Kultur Lesestoff: Die besten Fußballbücher
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14:46 17.06.2018
Was tun in den Spielpausen? Ganz einfach: Lesen Sie doch mal wieder ein gutes (Fußball-)Buch! Quelle: iStockphoto
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Die Geschichte der Mannschaft

Seit 40 Jahren erscheint im Piper-Verlag die Reihe “Gebrauchsanweisung“. So sind Gebrauchsanweisungen für Berlin, für Schweden, für die Welt und sogar für das Jenseits auf dem Markt. Nun hat der “FAZ“-Journalist Michael Horeni eine solche für die deutsche Nationalmannschaft geschrieben.

Die Begeisterung für die Mannschaft ist seit vielen Jahren riesig. Sympathische Trainer, eine Mannschaft, die modernen, schönen und erfolgreichen Fußball spielt, unvergessliche Spiele wie das 7:1 gegen Brasilien. Wer nachlesen will, was den Fußball von heute von den Generationen Ballack oder Matthäus unterscheidet, wie sich Joachim Löw zum flexiblen Taktiker entwickelt hat und wie diese Nationalmannschaft überhaupt funktioniert, ist bei Horeni mit seinem enormen Hintergrundwissen genau richtig.

Michael Horeni: “Gebrauchsanweisung für die Fußball-Nationalmannschaft“. Piper. 223 Seiten, 15 Euro.

Michael Horeni: “Gebrauchsanweisung für die Fußball-Nationalmannschaft“ Quelle: Verlag

Vom Entenspiel zum Endspiel

Wie die Weltmeisterschaft ausgeht, weiß natürlich auch der “Entenhausener Kurier“ noch nicht. Und der Extraband “Mission Titelverteidigung“ des Lustigen Taschenbuchs erzählt auch keine Geschichten im Vorfeld der aktuellen WM. Der Band versammelt vielmehr Comics etwa von der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien oder der WM vier Jahre davor in Südafrika. Zudem erzählt Micky Maus die Historie der “Fußball-Weltmeisterschaft“ in einer Geschichte von 1986, die erstmals auf Deutsch erscheint.

In “In 90 Minuten zum Eigentor“ wiederum versuchen Donald als Vertreter des FC Entenhausen und Sergei als Spieler von Dynamo Duck sich mit allen Mitteln einen Vorteil vor dem Meisterschaftsrückspiel zu verschaffen. Fair Play sieht anders aus. Ob diese faulen Tricks Donald etwas bringen, wird sich zeigen. Diese Comics sind eine schöne Lektüre für die Halbzeitpause.

Lustiges Taschenbuch extra: “Mission Titelverteidigung“. Egmont. 304 Seiten, 8,50 Euro.

Lustiges Taschenbuch extra: “Mission Titelverteidigung“ Quelle: Verlag

Der Fußballer als Datenträger

Der Fußball der Gegenwart ist Lichtjahre von seinen Vorgängern entfernt. “Die digitale Wende des Fußballs hat längst begonnen“, schreibt der Sportjournalist Christoph Biermann in seinem neuen Buch “Matchplan“. Spiele und auch Spieler können nun komplett ausgewertet und damit auch objektiver bewertet werden. Biermann erklärt diese kopernikanische Wende des Fußballspiels.

Vor zehn Jahren hat er mit seinem Buch “Die Fußball-Matrix“ erstmals einen Überblick über das Thema geliefert. Nun geht er ins Detail, erklärt etwa, warum die “expected goals“, also die erwarteten Tore, so wichtig sind. Mit ihrer Hilfe können unter anderem Aussagen getroffen werden, aus welcher Schussposition am wahrscheinlichsten Tore erzielt werden. Das Buch ist nicht immer einfach zu verstehen. Wer den modernen Fußball durchleuchten möchte, wird hier aber definitiv schlauer.

Christoph Biermann: “Matchplan. Die neue Fußball-Matrix“. KiWi. 288 Seiten, 14,99 Euro.

Christoph Biermann: “Matchplan. Die neue Fußball-Matrix“ Quelle: Verlag

Konsumkritik und Kickernostalgie

Nicht erst die Fanproteste gegen die Montagsspiele in der Bundesliga zeigen: Es klafft eine tiefe Lücke zwischen dem klassischen Fantum und der Welt aus Funktionären und Vereinspräsidenten mit ihren Vorstellungen von einer unaufhörlichen finanziellen Verwertbarkeit der schönsten Nebensache der Welt. Stefan Gmünder und Klaus Zeyringer beschreiben in ihrem schmalen, aber konzentrierten Buch, warum aus ihrer Sicht vor allem die Fifa den Fußball immer mehr zerstört hat.

Feudalistische Strukturen, korrupte Funktionäre, astronomische Gehälter und Transfersummen: Die Liste der Kritik, die Gmünder und Zeyringer in ihrem Essay aufführen, ist noch wesentlich länger. Die beiden Autoren appellieren, den Fußball den Menschen aus den Händen zu nehmen, denen er nur zur Selbstbereicherung dient.

Stefan Gmünder/Klaus Zeyringer: “Wie Kommerz und Korruption den Fußball kaputt machen“. Suhrkamp. 128 Seiten, 12 Euro.

Stefan Gmünder/Klaus Zeyringer: “Wie Kommerz und Korruption den Fußball kaputt machen“ Quelle: Velag

Die Gegner kochen nicht nur mit Wasser

Der wahrscheinlich schönste Weg, den 32 teilnehmenden WM-Nationen näherzukommen, führt durch den Magen. Katrin Roßnick hat in ihrem Buch “Kick and Cook“ jeweils ein Rezept für jedes qualifizierte Land zusammengestellt.

Von Ägypten mit einem Fisch-Schmortopf und Belgien mit Brüsseler Rosenkohlsuppe über Island mit Kaffee-Lakritz-Kuchen (ja, wirklich) und Peru mit einem Quinoa-Salat bis hin zu Schweden mit dem Butterbrot “Landungsbrücke“ (einer Stulle mit sieben (!) unterschiedlichen Auflagen von Fisch über Wurst bis Ei) und Uruguay mit einem gewaltigen Steak-Burger.

Deutschland geht mit einem Apfelkuchen an den Start, Gastgeber Russland mit dem Festtagssalat “Olivier“. Infos zu Küche, Land und dem besonderen Moment der Fußballgeschichte runden das kulinarische Angebot ab.

Katrin Roßnick: “Kick and Cook. Das Kochbuch zur Fußball-WM 2018“. Verlag Die Werkstatt. 94 Seiten, 12,90 Euro.

Katrin Roßnick: “Kick and Cook. Das Kochbuch zur Fußball-WM 2018“ Quelle: Velag

Der beste Torwart des 20. Jahrhunderts

Als die sowjetische Nationalmannschaft im Jahr 1960 Europameister wurde, stand Lew Jaschin im Tor. Der gebürtige Moskauer gilt vielen als bester Torwart des 20. Jahrhunderts. Der Fußballhistoriker Dietrich Schulze-Marmeling porträtiert Jaschin nun als intelligenten Torhüter. Ähnlich wie die Manuel Neuers der Gegenwart agierte er bereits als zusätzlicher Feldspieler und versuchte, gegnerische Angriffe früh zu erkennen und zu unterbinden.

Jaschin hoffte allerdings auch lange, Schachweltmeister zu werden, außerdem übte er sich im Fechten, Basketball, Wasserball und Tennis – und wurde 1953 sowjetischer Pokalsieger im Eishockey. Natürlich als Torwart. Schulze-Marmeling erzählt ganz nebenbei eine kleine Geschichte des sowjetischen und russischen Fußballs. Eine ideale Begleitung für die WM in Russland.

Dietrich Schulze-Marmeling: “Lew Jaschin. Der Löwe von Moskau“. Verlag Die Werkstatt. 272 Seiten,­ 19,90 Euro.

Dietrich Schulze-Marmeling: “Lew Jaschin. Der Löwe von Moskau“ Quelle: Velag

Metaphorisch im Mittelfeld

Wenn Fußballer oder Ex-Fußballer sich äußern, kann das sehr anstrengend sein. Allerdings haben fabulierende Fußballer der deutschen Sprache auch viele poetische und philosophische Perlen geschenkt. In “Der springende Punkt ist der Ball“ sind viele versammelt. Anhand sprachlicher Äußerungen unterscheidet der Autor Christoph Marx Typen wie den Leitwolf (“Ich suche die Rekorde nicht, die Rekorde finden mich“, Cristiano Ronaldo) und den Logiker (“In einem Jahr habe ich mal 15 Monate durchgespielt“, Franz Beckenbauer).

Er erzählt über die Sprache Fußballgeschichte(n) – mit unschlagbaren Sprachbildern, Metaphern und Vergleichen. Natürlich sind auch Klassiker wie “Zuerst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu“ dabei. Amüsant ist die Geschichte der Fußballsprache trotzdem.

Christoph Marx: “Der springende Punkt ist der Ball. Die wundersame Sprache des Fußballs“. Duden. 208 Seiten, 10 Euro

Christoph Marx: “Der springende Punkt ist der Ball. Die wundersame Sprache des Fußballs“ Quelle: Velag

Von Kristian Teetz/RND

Der letzte große Chicago-Bluesmann ist 81 Jahre alt und klingt auf seinem neuen Album „The Blues is Alive and Well“ um Jahrzehnte jünger. Schützenhilfe erhält er aus England von Mick Jagger, Keith Richards, Jeff Beck und James Bay.

17.06.2018

Das Sommerfest in der Hansa48, traditionell am Abend der Kieler-Woche-Eröffnung als alternative Gegenveranstaltung, setzte mit den Sambabastards, dem Liedermacher Fabien Le Griot, dem Duo Lutopia Orchestra und dem Analog-Digital-DJ JBXDR Akzente gegen den Kieler-Woche-Trubel.

Jörg Meyer 17.06.2018

Stefanie Heinzmann durfte nach der offiziellen Eröffnung der Kieler Woche das erste Konzert auf der Rathausbühne spielen. Der Platz war voll - und das Publikum ging mit der euphorischen Künstlerin mit. Nur zu gerne kam es ihrer Aufforderung nach, zu klatschen und zu tanzen.

Frida Kammerer 17.06.2018
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