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15:11 02.11.2018
Von Thomas Richter
"Truck Stop" gastierten auf ihrer Jubiläums-Tour im Kieler Schloss und feierten mit Hits aus ihrer 45-jähriges Bandgeschichte. Quelle: Manuel Weber
Kiel

Im leider nur etwa zur Hälfte gefüllten Kieler Schloss feierten Truck Stop den Auftakt der großen Jubiläumstour zum 45 Jahr ihres Bestehens. Trotz der sicher enttäuschen Publikums-Resonanz lieferte das Sextett ein launig-spritziges Konzert, das vielleicht ein wenig mehr echte Country Patina vertragen hätte.

Der erste Eindruck:

Schlagzeuger Teddy Ibing ist das letzte noch „amtierende“ Gründungsmitglied der 1973 bei Hamburg gegründeten Band. Und der Typ wirkt frisch wie eh und je. Dazu versammelte sich mit Uwe Lost (Bass) Knut Bewersdorff (Pedal-Steel Guitar), Chris Kaufmann (Leadgitarre, Mandoline) und Tim Reese (Geige) auch im Jubiläumsjahr eine tolle Auswahl bestens musizierender Waterkant-Westmänner um Sänger und Frontman Andreas Cisek.

Die Musik:

Da das neue Album erst im März des kommenden Jahres erscheint, gab es mit der aktuellen Single Ein Stückchen Ewigkeit nur einen kurzen Ausblick auf die Dinge die da kommen werden. Ein griffiger Song, der aber auch zeigt, in welche Richtung sich Truck Stop ein knappes halbes Jahrhundert nach ihrer Gründung entwickelt. Weniger Country, mehr Pop, zuweilen Pop-Rock (Arizona, Arizona).

Trotz authentischer Instrumentierung und viel Spielfreude wirken die Live-Arrangements etwas zu glatt, zu sauber. Wie ehemals steinig-staubige nun aber frisch geteerte Country Roads. Ein klein wenig scheint der Band die Textzeilen des mittlerweile legendären Truck Stop Klassikers Ich möchte so gern Dave Dudley hör’n auf die Boots zu fallen: „ Der NDR bringt Tanzmusik, ich krieg nichts andres rein (…) / Ich möcht' so gern Dave Dudley hören, Hank Snow und Charlie Pride / 'nen richtig schönen Countrysong, doch AFN ist weit.“

Das wurde nicht zuletzt spürbar als die Band ihrer verstorbenen Gründungsmitglieder Cisco Berndt und Lucius Reichling gedachten. Bei den Songs Ich bin Cowboy resp. Großstadtrevier begleitete das aktuelle Line-up separierte und live eingespielte Gesangsspuren der deutschen Country-Urgesteine. Ein würdevoller und auch musikalisch bewegender Moment. So als hätte man dem lustvoll davon preschenden Show-Gaul in die Zügel gegriffen um nun gemütlich in den Sonnenuntergang zu reiten. Schöne Lagerfeuer-Atmosphäre verströmte auch das kleine, feine Akustik-Set zu Beginn der zweiten Hälfte. Unter anderem mit einer sehr hörenswerten Fassung von Männer sind so.

Im Kontrast dazu gab die Band mit blitzschnell verspielt gespielten Nummern wie Tanz mit mir, Hillybilly Country Lilly oder Square Dance Darling dem Affen ordentlich Zucker. Aber eben auch hier wirkte die Soundstruktur etwas zu poliert, erinnerte gar etwas an die schwedische Band Rednex, die mit ihrer Country-orientierten, parodistischen Eurodance-Musik (Cotton Eye Joe) in den Neunzigern für Furore sorgten. Das Finale war dann ein mit allen Showwassern gewaschenes Spektakel. In fettem Gewand präsentierten sich die ultimativen Truck Stop Perlen Take it easy altes Haus oder Der wilde wilde Westen und sorgten für einen klanggewaltigen Showdown.

Das Publikum:

Wie sang Truck Stops unvergessener Frontman Cisco Berndt einst? „Meine Jeans, Meine Boots - Mein alter Stetson, meine Roods.“ Diesem Motto folgend kam das Publikum zünftig und stilecht gewandet mit Cowboyhüten, karierten Hemden, Lederwesten oder Fransen-Jacken. Die Stimmung war prima. Viel Energie strömte ins sittsam zwischen die engen Sitzreihen gepresste Tanzbein. Bis, ja bis zum Beginn der Zugaben zum A7-Blues ein kleines Grüppchen die Freiheit suchte und neben der Bühne zu schwofen begann.

Was in Erinnerung bleibt:

Ein durchaus gelungener Tourauftakt und eine nahezu lückenlose Werkschau auf 45 Jahre Bandgeschichte. Man mag über die musikalischen, vielleicht zu gefälligen Arrangements streiten. Eines aber machte das Konzert wieder einmal unmissverständlich klar. Truck Stop ist immer noch und völlig zu Recht „Europas Nr.1 in Country- und Westernmusic.“ Fazit: Es war ein Country-Pop Happening für jedermann, mit allen Hits, einigem Witz, viel Energie und Spaß am Cowboyspielen.

Die Band trat auf ihrer Jubiläums-Tour im Kieler Schloss auf und feierte mit Hits aus ihrer 45-jähriges Geschichte.
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